In der aktuellen Gesundheitskrise wird die Bedeutung der Digitalisierung immer wieder betont. Jeder spricht über E-Commerce, digitale Strategien und erklärt dabei, dass man in der Lage sein muss, seine Kunden über das Internet zu erreichen. 

All das ist wahr, aber wie sieht es mit den Fakten aus? Genauer gesagt, was geschieht in den Unternehmen wirklich und wie steht es um die Websites der KMUs?

Diese Fragen haben wir uns gestellt. In diesem Artikel finden Sie die Ergebnisse einer Umfrage die Sortlist bei 500 KMUs durchgeführt hat. Dadurch verstehen wir besser, wie diese Unternehmen ihre Website und Online-Präsenz wahrnehmen. 

Die wichtigsten Ergebnisse

  • 22% der KMUs haben noch keine Website
  • Es besteht ein Zusammenhang zwischen der Größe der KMUs und der Wahrscheinlichkeit eine Website zu besitzen.
  • 38% der KMUs mit einer Website sind der Meinung, dass diese noch mehr für mobile Endgeräte optimiert werden sollte.
  • Die Erstellung qualitativ hochwertiger Inhalte hat für KMUs im Jahr 2020 oberste Priorität

Diese Studie beantwortet mehrere Fragen. Erstens, inwieweit europäische KMUs über eine Website verfügen. Zweitens, welche KMUs aufgrund ihres Umsatzes und ihrer Herkunft am ehesten eine Website besitzen. Und schließlich: Welche Faktoren sind für KMUs am bedeutungsvollsten, um die Leistung ihrer Website zu verbessern?  

Inhaltsverzeichnis

Immer mehr SMBs sind im Web aktiv

Heutzutage ist eine Website nicht mehr nur empfehlenswert. Es wurde zur Voraussetzung. Im Jahr 2019 gaben 51% der Verbraucher an, sich über Produkte oder Dienstleistungen, welche sie online kaufen möchten, über Google zu informieren. Bei Produkten, die sie online oder in einem Geschäft kaufen wollen, steigt diese Zahl sogar auf 59%. Darüber hinaus gaben 60% der Verbraucher mit einem Smartphone an, dass sie über Google mit Unternehmen in Kontakt treten, bei denen sie einen Kauf in Erwägung ziehen. Außerdem geben mehr als 50% der Befragten an, dass sie Google nutzen, um neue Produkte zu entdecken. 

Und diese Zahlen werden noch steigen. Nach Angaben von Statista stieg zwischen 2011 und 2021 die verbrachte Zeit einer Person im Internet  von 75 Minuten auf 192 Minuten pro Tag. Das ist ein Anstieg von 156%.

Das bedeutet, dass ein KMU, welches nicht bei Google präsent ist, die riesige Chance seinen Kundenstamm zu vergrößern, verpasst.

Glücklicherweise sind sich KMUs dessen bewusst. Unsere Studie ergab, dass 47 % der KMUs bereits vor 2019 eine Website besaßen und fast weitere 15 % sich im Jahr 2019 eine Website erstellt haben. 

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Dennoch stellen wir fest, dass mehr als 20 % der KMUs noch keine eigene Website für ihre Tätigkeit haben, d.h. mehr als jedes Fünfte. Wenn wir in Betracht ziehen, dass es im Jahr 2018 in der Europäischen Union mehr als 25 Millionen KMUs gab, sind 20 % eine beachtliche Zahl. Man beachte, dass diese Zahl nicht die 15% der KMUs berücksichtigt, welche 2019 ihre Website eingerichtet haben! 

Es scheint mir entscheidend zu sein, die Bedeutung dieser Zahl zu betonen. Diese KMUs machen mehr als die Hälfte der EU-Wirtschaft aus und beschäftigen 66% der europäischen Arbeitskräfte. Dies entspricht fast 100 Millionen Menschen, die entweder direkt in einem KMU beschäftigt oder von diesen abhängig sind. Dies können zum Beispiel ihre Kinder oder ältere Menschen sein, die auf das Rentensystem angewiesen sind. 

Worauf ich hinaus will ist, dass hinter der Frage der Digitalisierung der KMUs, welches ein kaltes und etwas abstraktes Thema sein kann, echte Menschen stehen, die direkt von diesen abhängig sind.

Welche KMUs haben am ehesten eine Website?   

 Gemäss unserer Studie spielen zwei Faktoren eine Rolle. 

Die Größe des Unternehmens

Zunächst einmal stehen die Größe des KMUs und sein Umsatz in direktem Zusammenhang mit der Nutzung einer Website. Konkret verfügen 90% der Unternehmen mit einem Jahresumsatz zwischen 30 und 50 Millionen Euro über eine Website. Bei Unternehmen mit einem Jahresumsatz zwischen 0 und 100.000 Euro sinkt diese Zahl auf 45 %.

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Daher scheint es so, dass bei Unternehmen mit kleineren Umsätzen die Wahrscheinlichkeit eine Website einzurichten sinkt. Dies ist wirklich bedauerlich, vor allem wenn man bedenkt, dass das Internet ein großartiger Kanal ist um Leads zu generieren, neue Kunden zu gewinnen und Kundenbindung aufzubauen. Umso eklatanter ist die Kluft zwischen Unternehmen mit einem Jahresumsatz von weniger als 100.000 Euro und solchen, die diese Zahl überschreiten. Es gibt eine echte Lücke. Als ob die 100.000-Euro-Grenze bei der Einführung einer Website eine Rolle spielen würde.  

Die Nationalität des Unternehmens

Außerdem stellen wir fest, dass je nach Land in dem das KMU ansässig ist, die Wahrscheinlichkeit über eine Website zu verfügen, unterschiedlich sind. 

Konkret haben belgische KMUs die geringste Wahrscheinlichkeit, eine Online-Präsenz zu besitzen, während deutsche KMUs deutlich häufiger eine Website besitzen. 

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22% der deutschen KMUs geben an, dass sie keine Website haben. Im Gegensatz dazu beträgt in Belgien diese Zahl rund 42%. An zweiter Stelle, nach Deutschland, stehen die Niederlande, in welcher nur 25% der KMUs ohne Website sind. Außerdem haben 34% der französischen bzw. 33% der spanischen KMUs angegeben keine Website zu haben.

Wir glauben, dass diese Zahl mit dem Umfeld zusammenhängt, in welchem diese KMUs tagtäglich tätig sind. Wenn wir uns das Global Digital Competitiveness Ranking ansehen, das die Fähigkeit und Bereitschaft von 63 Volkswirtschaften misst, digitale Technologien als Schlüsselfaktor für den wirtschaftlichen Wandel für Unternehmen, Regierungen und die Gesellschaft im Allgemeinen zu übernehmen und zu erforschen, gibt es einen echten Unterschied zwischen Belgien und Deutschland. Der Studie zufolge liegt Belgien auf Platz 25 (das Land verzeichnet seit 2016 einen stetigen Rückgang), während Deutschland seit 2015 konstant etwa auf Platz 17 liegt. 

Bei diesem Ranking spielen mehrere Faktoren eine Rolle.

  • Der Schwerpunkt liegt auf dem Faktor der Wissensgenerierung, welche die Fähigkeit misst, neue Technologien zu entdecken, zu verstehen und aufzubauen. 
  • Der Faktor Technologie, welcher misst, ob der Kontext eines Landes für die Entwicklung digitaler Technologien förderlich ist. 
  • Der Faktor Bereitschaft, welche die Fähigkeit misst, digitale Transformationen voll auszuschöpfen.

Konkreter gesagt: Volkswirtschaften, die in der Lage sind, neue Technologien schnell zu übernehmen und die in Bezug auf Innovationen flexibel sind, erzielen bessere Ergebnisse. Darüber hinaus besteht laut dieser Rangliste ein direkter Zusammenhang zwischen Volkswirtschaften, die der Generierung von neuem Wissen Bedeutung beimessen und solchen mit einer starken digitalen Wettbewerbsfähigkeit. 

Allerdings geht dies weit über den Verantwortungsbereich der KMUs hinaus. Es ist das gesamte institutionelle Umfeld das betroffen ist. Es ist davon auszugehen, dass der deutsche digitale Kontext für die Erstellung von Websites günstiger ist als der Belgische. 

Das bedeutet, dass es in Belgien noch viel Raum für Verbesserungen gibt. Allerdings bedeutet das nicht, dass in Deutschland alles perfekt ist. Ebenso wie in Frankreich, den Niederlanden und in Spanien. 

Für KMUs, mit oder ohne Website, gibt es viele Punkte, die zu beachten sind, wie wir später in diesem Artikel sehen werden. 

Wie ist die Situation in Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Spanien und Belgien?

Die 500 KMUs, welche auf unsere Umfrage geantwortet haben sind über diese fünf Länder verteilt. Dadurch können wir Vergleiche anstellen und messen inwieweit Unterschiede zwischen den KMUs bestehen.

Frankreich

In Frankreich haben 34% der KMUs keine Website. Unter den 66% die eine Website haben, kann wie folgt unterschieden werden:

  • 35 % wollen ihre Website besser an das mobile Format anpassen
  • Qualitätsinhalte erzeugen

Deutschland

In Deutschland haben 22% der KMUs keine Website. Die 78%, welche eine Website besitzen haben folgende Schwerpunkte:

  • 36% wollen ihre Website besser für das mobile Format anpassen
  • Qualitätsinhalte erzeugen

Die Niederlande

In den Niederlanden haben 25% der KMUs keine Website. Folgend, haben 75% eine Website und zeigen deutliche Unterschiede zu französischen und deutschen KMUs:

  • 51% wollen ihre Website besser für das mobile Format anpassen, d.h. mehr als die Hälfte
  • Die Generierung von Inhalten steht nach der Bedeutung des mobilen Formats an zweiter Stelle

Spanien

In Spanien ist die Situation ähnlich wie in Frankreich. 33% der KMUs haben keine Website und die Prioritäten der Anderen 67% mit einer Website, sind die gleichen: 

  • 35 % wollen ihre Website besser an das mobile Format anpassen
  • Qualitätsinhalte erzeugen

Belgien

Belgien jedoch befindet sich in einer recht merkwürdigen Situation. In der Tat verfügen 42% der belgischen KMUs über keine Website. Der höchste Wert in dieser Studie. Andererseits scheinen die 58% der KMUs die über eine Website verfügen, vor allem über den Wandeln hin zu einer für mobile Endgeräte optimieren Website, besorgt zu sein. Dies ist mehr als bei französischen, deutschen und spanischen KMUs:

  • 43% wollen ihre Website besser an das mobile Format anpassen
  • Die Schaffung von Inhalten ist keine Priorität, aber die Sicherheit der Navigation wird von den belgischen KMU besonders betont.

Warum besitzen noch nicht alle KMUs eine Website?

Unsere Studie deckte vier Hauptgründe auf, warum einige KMUs noch keine Website für ihr Unternehmen haben. 

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Relevanz zwischen Website und Industrie

37% der KMUs sind nicht davon überzeugt, dass eine Website in der Branche, in der sie tätig sind, für sie von Nutzen wäre. 

Hinter einer solchen Überzeugung stehen zwei Probleme. 

Erstens läuft es darauf hinaus, die Tatsache völlig zu ignorieren, dass das Internet jede Branche erobert. Vielleicht sind sie noch nicht alle daran beteiligt, aber das wird bald der Fall sein. Wenn wir bis in die frühen 2000er Jahre zurückgehen, ist es sehr wahrscheinlich, dass der Buchhändler in Ihrer Nachbarschaft nicht davon überzeugt war, dass eine Website für sein Geschäft nützlich wäre. 10 Jahre später hatte Amazon mit mehr als 40 Millionen verkauften Büchern in einem Jahr einen Marktanteil von 19% bei den Buchverkäufen. 

Das Problem dieses Buchhändlers bestand darin, dass er sich auf die Vergangenheit verließ, um die Zukunft vorherzusagen und damit vorhersagte, was er brauchen würde, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Das Problem bei dieser Argumentation ist, dass niemand die Zukunft vorhersagen kann. Dies gilt umso mehr für das Internet. 

Die Buchverkäufe mögen sich zwischen den Jahren 1000 und 2000 nicht viel verändert haben. Andererseits wurde er zwischen 2000 und 2010 mit der Auslieferung und zwischen 2010 und 2020 mit dem Erscheinen des Kindle und der Ausweitung von Hörbuchdiensten, wie z.B. Audible, revolutioniert. 

Heute können wir nicht in die Vergangenheit blicken um zu sehen was in den kommenden Jahren getan werden muss. Die Dinge können sich über Nacht ändern. Nassim Taleb, Autor mehrerer Bestseller und ein auf Versuch und Irrtum spezialisierter Statistiker, stellt dieses Problem in seinem Buch „Antifragile: Things that gain from disorder“ dar. 

In diesem Buch stellt Taleb diese Situation in Form des „Truthahn-Problems“ dar. 

Nehmen wir an, dass ein Truthahn eine Lebensdauer von 1001 Tagen hat. Ohne dass er dies weiß, versteht sich. Zwischen Tag 0 und Tag 501 hat sich die Situation dieses Truthahns verbessert: Er wird täglich gefüttert, sein Gewicht nimmt ständig zu, und der Landwirt scheint sich gut um ihn zu kümmern. Seine Schlussfolgerung? Die Züchter lieben Truthähne! Wenn sich die Situation zwischen Tag 0 und Tag 501 verbessert hat, sollte sie auch in den nächsten 500 Tagen anhalten. Er nutzt also die vergangenen 501 Tage, um die nächsten 500 Tage vorherzusagen. 

Bis wir zum Erntedankfest kommen, an dem es keine gute Idee mehr ist, ein Truthahn zu sein. In dieser Situation bricht das stetige Wachstum, das Sie seit 1000 Tagen erleben, im Handumdrehen zusammen: 

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Um auf unsere 37% der KMUs zurückzukommen, die von der Relevanz einer Website für ihre Branche nicht überzeugt sind: Nur weil sie in der Vergangenheit nicht relevant war, bedeutet das nicht, dass sie in Zukunft nicht relevant sein wird. Und das haben wir mit der Ankunft von Covid-19 in der Praxis demonstriert bekommen: Wie viele Unternehmen haben erkannt, dass sie völlig von ihrem physischen Point-of-sale abhängig sind und dass ihre Nicht-Präsenz im Internet sie während der Corona-Beschränkungen in Gefahr bringen würde?  

Das zweite Problem, das sich hinter dieser Argumentation verbirgt, besteht darin, dass sie den Umfang, den eine Website einem Unternehmen geben kann, völlig vernachlässigt. Sie ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Fenster zur Welt, das es ihr ermöglicht, eine unendlich größere Anzahl von Menschen zu erreichen als ein einfacher Point-of-sale. 

Naval Ravikant, Mitbegründer von AngelList und Investor bei Uber, Foursquare und Twitter, erklärt dies sehr gut: 

Das Internet hat alle miteinander verbunden. Sie können das Publikum finden, das sich für Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung interessiert, ganz gleich, wie weit Sie voneinander entfernt sind. 

Der heutige Wettbewerb ist global. Ein KMU steht nicht nur im Wettbewerb mit den Unternehmen in der Umgebung, sondern mit allen Unternehmen, die weltweit die gleichen Dienstleistungen und/oder Produkte anbieten. Das Fehlen einer Website ist ein großes Manko, wenn man sich dieser Konkurrenz stellen will. 

Die Nutzung von sozialen Medien

Der zweite Grund, warum KMUs keine Website haben, betrifft die Nutzung von sozialen Netzwerken. Es stimmt, dass diese Plattformen für die Sichtbarkeit von Unternehmen eine Rolle spielen und dass sie echte Akquisitions- und Loyalitätskanäle sein können. 

Einige Unternehmen sind Spezialisten auf diesem Gebiet und schaffen es diese Netzwerke in vollem Umfang zu nutzen, um eine Beziehung zu ihrer Zielgruppe und ihren Kunden aufzubauen. 

Sich bei der Bereitstellung einer Online-Präsenz für das eigene Unternehmen ausschließlich auf soziale Netzwerke zu verlassen, ist jedoch eine fehlerhafte Strategie. 

Erstens mag es im Hinblick auf die Markenbildung seltsam erscheinen, eine Präsenz auf Facebook und/oder Instagram zu haben, aber keine Website. Wenn Sie sich in die Lage des Verbrauchers versetzen, welche Reaktion wird er wahrscheinlich haben, wenn er ein Unternehmen auf Instagram findet, aber seine Website nicht finden kann? 

Zweitens besteht ein Risiko in Bezug auf die Kontrolle. Wenn Sie Inhalte auf Instagram, Facebook oder Twitter posten, sind Sie nicht zu Hause. Konkret sind Sie der geringsten Änderung der Nutzungsbedingungen und/oder des Algorithmuses, der von diesen Plattformen verwendet wird, ausgeliefert. So ist beispielsweise zwischen 2012 und 2014 die organische Reichweite einer durchschnittlichen Facebook-Seite von 16% auf 6,5% gesunken. Für ein KMU, das sich allein auf Facebook verlassen würde, um seine Botschaften zu vermitteln, kann ein solcher Rückgang ein echtes Sichtbarkeitsproblem darstellen. 

Ein KMU hat mit einer Website mehr Kontrolle über die Inhalte die es veröffentlichen kann und mehr Möglichkeiten seine Online-Sichtbarkeit aufrechtzuerhalten. Natürlich sind wir wahrscheinlich alle von Googles Updates betroffen. Das Letzte davon fand im Mai 2020 statt. Aber Google bietet mehr Optionen, um mit solchen Änderungen umzugehen. 

Wenn Facebook beschließt, die organische Reichweite fallen zu lassen, sind die Anpassungsmöglichkeiten begrenzt und oft muss man zahlen, um seine Sichtbarkeit aufrechtzuerhalten. Wenn Google seinen Algorithmus ändert, ist es immer möglich, seine SEO-Strategie anzupassen.  

Am Ende sollte das Eine nicht ohne das Andere kommen. Die Nutzung von sozialen Netzwerken und einer Website ergänzen sich gegenseitig und KMUs müssen eine globale digitale Kommunikationsstrategie verfolgen, um ihre Online-Sichtbarkeit so weit wie möglich zu erhalten. Die Logik könnte mit einer Lieferkette verglichen werden: Anstatt eine einzige Fabrik zu haben, die 1.000.000 Einheiten produziert, ist es besser, zwei Fabriken zu haben, die jeweils 500.000 Einheiten produzieren und damit das Risiko zu verteilen und nicht alle Eier in einen Korb zu legen. 

Mangelndes Budget

Nach den Ergebnissen unserer Studie stellt die überwältigende Mehrheit der KMUs ein Budget von 0 bis 10.000 € für die Gestaltung ihrer Website zur Verfügung. 

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Der dritte Grund, der für das Fehlen einer Website angeführt wird, ist jedoch gerade das fehlende Budget. 

Diese Argumentation weist zwei Mängel auf. 

Der erste ist, dass die Entwicklung einer Website nicht als Kostenfaktor, sondern als Investition betrachtet werden sollte. Sicherlich hat die Erstellung und Umsetzung einer Website einen Preis. Allerdings sind die Vorteile, die mit der Erstellung einer solchen Website verbunden sind, nicht zu vernachlässigen und das sollte in der Bilanz aufwiegen. 

Zu diesen Vorteilen gehören die folgenden: 

  • Die Gelegenheit, ein globales Publikum zu erreichen
  • Digitaler Vertrieb spart Zeit und Arbeit
  • Ein besseres Markenimage
  • Effizienter als ein physischer Speicher
  • Die Fähigkeit, die Ergebnisse der eingeführten Verkaufs- und Marketingbemühungen effektiv zu verfolgen

Wir müssen jedoch auch den Kontext berücksichtigen, in dem dieser Mangel angeführt wurde. Unsere Studie wurde in der Tat in der Mitte der Covid-19-Periode durchgeführt und eine der Fragen die wir stellten war, ob sich der wirtschaftliche Kontext auf das Marketingbudget der befragten KMUs ausgewirkt hat oder nicht. 

Daran besteht kein Zweifel: Fast 60% der KMUs, die die Erstellung einer Website geplant hatten, reduzierten ihr Budget für ihre Online-Präsenz. 

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Es ist völlig normal und sogar logisch die Kosten, welche ein Unternehmen tragen muss, zu senken um eine Krise zu überstehen. Bei allen Argumenten, die bereits vorgebracht wurden, scheint die Senkung der Ausgaben für Marketing und Kommunikation jedoch nicht die beste Strategie zu sein. 

Der zweite Schwachpunkt hinter diesem Budgetproblem ist, dass es eine Fülle von Serviceprogrammen gibt, um eine Website zu geringeren Kosten zu erstellen. Dazu gehören Squarespace, Wix, Strikingly, Webflow, Weebly, Shopify und so weiter. Darüber hinaus gibt es Tausende von Ressourcen, die Schritt für Schritt Ratschläge für die Erstellung von Websites geben. 

Der Preis für eine Website ist mit dem technologischen Fortschritt drastisch gesunken, insbesondere für ein KMU, das nicht die gleichen Bedürfnisse hat wie eine große Unternehmensgruppe. Das Problem des Budgets sollte daher kein Hindernis für die Erstellung einer Website sein, besonders wenn wir alle Vorteile sehen, die sich daraus ergeben können. 

Mangel an Fähigkeiten

Auch hier sollte es keine derartigen Einwände geben. Zunächst einmal, weil es Dutzende von Serviceprogrammen gibt, mit denen Sie sehr einfach eine Website erstellen können, ohne auch nur eine einzige Zeile Code zu berühren. Dies ist zum Beispiel bei den sechs oben erwähnten Programme der Fall. 

Zweitens, weil es mit der Entwicklung des Internet heute möglich ist, dutzende von Fertigkeiten im Zusammenhang mit der Erstellung und Pflege einer Website zu erwerben. Das Wissen ist zugänglicher denn je. 

Und schließlich gibt es für diejenigen, die nicht über die notwendigen Fähigkeiten verfügen und sich die Hände nicht schmutzig machen wollen, Dienste wie Sortlist, die es sehr einfach machen, einen Anbieter zu finden. 

Was sind die Prioritäten für KMUs, die bereits eine Website haben?

Verbesserung der Leistung von Mobiltelefonen

Die Priorität, die uns auffiel, bestand darin, die Website freundlicher für mobile Geräte zu gestalten.    

 

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Nach den Ergebnissen unserer Umfrage sind 38% der KMUs der Ansicht, dass ihre Website handyfreundlicher sein sollte und 26% der befragten KMUs betrachten dies als ihre Priorität für das Jahr 2020. Und das zu Recht! Zwischen 2013 und 2019 haben Smartphones ihren Marktanteil am weltweiten Verkehr von 16,2 % auf 53,3 % erhöht. Diese Zahl ist seit 2009 stetig gestiegen und wird wahrscheinlich weiter steigen, da der Zugang zu einem Smartphone viel einfacher ist als der Zugang zu einem Computer, insbesondere in Entwicklungsländern. 

Darüber hinaus kann das Ignorieren der Reaktionsfähigkeit einer Website einen großen Einfluss auf die Fähigkeit eines Unternehmens haben, in Suchmaschinen zu konkurrieren. Im April 2015 gab es ein Google Update, welches Unternehmen bestraft die keine mobilfreundliche Website erstellen. 

Schließlich ist das Fehlen einer Website, welche an das mobile Surfen angepasst ist, gleichbedeutend mit dem Verpassen einer großen Chance die Millennials und Gen-Z zu erreichen, für die das mobile Surfen ein integraler Bestandteil des täglichen Lebens ist.

Produzieren von qualitativ hochwertigen Inhalten

Die zweite Priorität, die wir gefunden haben, war die Kreation von Inhalten: 28% der KMUs mit einer Website geben an, dass dies ihre Hauptpriorität für 2020 ist. 

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Das macht für uns Sinn. Wenn wir uns die vorhin zitierte Statistik anschauen, dass 59% der Verbraucher sagen, dass sie Google nutzen, um sich über ein Produkt oder eine Dienstleistung zu informieren, die sie in Erwägung ziehen zu kaufen, dann spielt die Erstellung von qualitativ hochwertigen Inhalten eindeutig eine Rolle, um diese Interessenten in Kunden umzuwandeln. 

Darüber hinaus kann die Erstellung von Inhalten ein Akquisitionskanal sein. Durch die Erstellung von Inhalten mit hohem Mehrwert, die auf Keywords mit Bezug zu den Geschäftsbereichen eines KMUs ausgerichtet sind, wird das KMU wahrscheinlich in den Suchergebnissen seiner Zielkunden bei Google erscheinen. Und es funktioniert: 72% der Werbeschaffenden sagen, dass Content-Marketing mehr Engagement und mehr Leads generiert.

Die Bedeutung von SEO wird unterschätzt

Eine Sache, die unter diesen Prioritäten auffällt, ist die geringe Bedeutung, die die KMUs der Verbesserung ihrer SEO beimessen. Tatsächlich betrachten nur 17% der KMUs mit einer Website die Verbesserung ihrer SEO als eine Priorität für 2020.

Natürlich sind alle Prioritäten in dieser Tabelle wichtig, aber SEO hat einen besonderen Platz. Sie ist ein wichtiges Kapital, das langfristig eine Rolle spielen wird und muss mit den Bemühungen um die Produktion von Inhalten kombiniert werden. Ein KMU, dem es gelingt, eine starke SEO mit qualitativ hochwertigen Inhalten zu kombinieren, wird einen großen Vorteil gegenüber seinen Konkurrenten haben, da es von Google viel stärker gefördert wird. Unserer Meinung nach sollte SEO viel ernster genommen werden. 

Verbesserung von Sicherheit und Benutzererfahrung

Die beiden letzten Prioritäten, die von KMUs mit einer Website genannt werden, sind Sicherheit (26%) und User Experience (27%). Diese Prioritäten sind relevant. Was die User Experience betrifft, so ist eine Website, die es schafft, ein attraktives Design mit Benutzerfreundlichkeit zu verbinden, der Schlüssel zum Erfolg eines jeden Unternehmens. 

Was die Sicherheit betrifft, so ist diese Priorität ebenfalls relevant, insbesondere für Millennials und Gen-Z. Tatsächlich fürchten 79% von ihnen, Opfer von Online-Betrug zu werden und 73% von ihnen sind besorgt über die Verwendung ihrer persönlichen Daten durch die Unternehmen. Darüber hinaus haben 25% beider Generationen bereits eine Beziehung mit einem Unternehmen beendet, weil es nicht in der Lage war, ihre persönlichen Daten zu schützen. 

Das bedeutet, dass die Internetnutzer immer besser über ihre Daten aufgeklärt werden und es ist gut möglich, dass der Datenschutz zu einem Kriterium für Kaufentscheidungen wird. In diesem Fall könnten KMUs, die den Datenschutz zu einer ihrer Prioritäten machen, von den Millennials und Gen-Z begünstigt werden. 

Wie bauen KMU ihre Websites auf?

Bei KMUs, die bereits eine Website haben, haben 40% von ihnen beschlossen, mit einer Agentur zusammenzuarbeiten – sei es im Bereich Webdesign oder UX.  

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Dies erscheint uns als eine gute Strategie, welche wir fördern und unterstützen. 

In der Tat hat die Digitalisierung viele neue Möglichkeiten für KMUs geschaffen aber sie hat auch ihren Teil an Komplexität mit sich gebracht. Das Eine kommt nicht ohne das Andere aus und es ist notwendig, diese Komplexität zu verstehen, um die Chancen der Digitalisierung voll ausschöpfen zu können. 

Und wir sind überzeugt, dass dies am besten gelingt, wenn wir uns mit den richtigen Leuten umgeben und enge Beziehungen zu Experten aufbauen, welche uns beraten können. Deshalb gibt es Sortlist. Da wir eine Rolle spielen wollen, um KMUs und jedem Unternehmen im Allgemeinen zu helfen, mit der Digitalisierung auf dem Laufenden zu bleiben, indem wir mit den besten Anbietern auf dem Markt zusammenarbeiten. 

Weitere Einzelheiten zu dieser Studie

Die Studie, auf der dieser Artikel basiert, wurde zwischen dem 19. und 21. Mai 2020 durchgeführt. Sortlist befragte insbesondere 500 KMUs, die sich auf Frankreich, Belgien, Deutschland, die Niederlande und Spanien verteilen. Bei diesen KMU handelt es sich um Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von höchstens 50 Millionen Euro. Zudem waren die Befragten dieser Studie entweder Geschäftsführer oder Eigentümer eines KMUs.