Aktualisiert am 7. Oktober 2026 von Nicolas Finet, CEO von Sortlist. Neu hinzugekommen sind aktuelle Publishing-Tools, ein Formatvergleich, konkrete Prüfkriterien und ein Rechner für den Layoutaufwand.
Das Wichtigste in Kürze
- Editorial Design übersetzt Inhalte in eine klare visuelle Hierarchie aus Raster, Typografie, Bildern und Navigation.
- Seit 2021 haben barrierefreie Exporte, automatisierte Layoutfunktionen und browserbasierte Teamarbeit an Bedeutung gewonnen.
- Bewerten Sie einen Entwurf anhand von Lesbarkeit, Orientierung, Produktionsaufwand und Eignung für den vorgesehenen Kanal.
Was sich beim Editorial Design seit 2021 verändert hat
Editorial Design endet nicht mehr bei der druckfertigen Magazinseite. Publikationen werden zunehmend für Print, PDF, EPUB und Web geplant; dadurch gehören eine logische Lesereihenfolge, Alternativtexte und wiederverwendbare Layoutregeln bereits in das Ausgangsdokument.
Auch die Werkzeuge haben sich weiterentwickelt. Adobe dokumentiert für InDesign 21.5 vom Juli 2026 unter anderem barrierefreiere Tabellen in PDF- und EPUB-Exporten, mehrzeilige UTF-8-Datensätze und die stapelweise Erstellung von Alternativtexten. Die 2025 vorgestellte Canva Visual Suite 2.0 bündelt dagegen visuelle Formate in einer kollaborativen Arbeitsumgebung.
- Adobe InDesign – Key Features: mehrseitige Layouts, Absatz- und Objektformate, Datenzusammenführung sowie PDF-, EPUB- und HTML5-Workflows. Bewertung: sehr gut für komplexe Publikationen mit verbindlichen Produktionsregeln.
- Canva Visual Suite 2.0 – Key Features: gemeinsame Arbeitsfläche für unterschiedliche Formate, Vorlagen und kollaborative Bearbeitung. Bewertung: gut für standardisierte Kommunikationsmittel und dezentrale Teams; bei anspruchsvoller Druckproduktion sollte die technische Ausgabe gesondert geprüft werden.
Print, digital oder hybrid?
| Format | Besondere Stärke | Produktionsanforderung | Sinnvolle Prüfung |
|---|---|---|---|
| Magazin | Seitenrhythmus, Haptik und visuelle Dramaturgie | Raster, Papier, Farbprofil, Anschnitt und Druckfreigabe | Leseführung im Ausdruck und Bildqualität in Originalgröße |
| Broschüre | Verdichtete Produkt- oder Unternehmensinformation | Konsistente Textstände, Daten und Markenbausteine | Auffindbarkeit zentraler Aussagen und Kontaktwege |
| Digitales PDF | Schnelle Verteilung bei kontrollierter Seitengestaltung | Tags, Überschriftenstruktur, Lesereihenfolge und Alternativtexte | Tastaturnavigation, Vergrößerung und Screenreader-Ausgabe |
| EPUB | Anpassung an Display und individuelle Schriftgröße | Semantische Struktur statt starrer Seitenkomposition | Umbruch auf mehreren Geräten und navigierbares Inhaltsverzeichnis |
| Hybride Publikation | Wiederverwendung derselben Inhalte in mehreren Kanälen | Strukturierte Quelldaten, Variantenregeln und zentral gepflegte Assets | Abgleich von Inhalt, Bildrechten und Versionen je Ausgabe |
Vier Zahlen mit Einordnung
- 17. September 2021: An diesem Tag erschien der ursprüngliche Sortlist-Artikel mit den fünf Editorial-Design-Cases.
- 12 auf 8 Sekunden: Der Beitrag von Linkgroup vom 9. Dezember 2024 referiert diesen Rückgang der Aufmerksamkeitsspanne zwischen 2000 und 2013. Die ältere Angabe ist ein Hinweis auf den Wert schneller Orientierung, aber keine belastbare Vorgabe für Seiten- oder Textlängen.
- Version 21.5 im Juli 2026: InDesign ergänzte unter anderem Tabellenbeschriftungen sowie Kopfzeilen und Kopfspalten für barrierefreiere PDF- und EPUB-Exporte.
- Visual Suite 2.0 im Jahr 2025: Canva stellte eine gemeinsame Arbeitsumgebung für mehrere visuelle Formate vor und erweiterte damit die Alternativen für kollaborative Publishing-Prozesse.
„Die User Experience ist bei der Gestaltung eines Magazins zentral.“
Nicole Maack, Leiterin Kreation/Design bei Linkgroup, 9. Dezember 2024
Wie konkrete Regeln die Produktion erleichtern, zeigt auch PITTNER-DESIGN: Für einen Kunden wurden Standards für Flyer und weitere Printprodukte in einem Styleguide dokumentiert und anschließend mit Schulungen an interne Mitarbeitende übergeben.
So prüfen Sie einen Editorial-Entwurf
- Orientierung: Sind Titel, Thema, Einstieg, Rubrik und Seitenposition ohne zusätzliche Erklärung erkennbar?
- Hierarchie: Lassen sich Überschriften, Fließtext, Zitate, Bildunterschriften und Infografiken eindeutig unterscheiden?
- Lesbarkeit: Funktionieren Schriftgröße, Zeilenlänge, Kontrast und Abstände im tatsächlichen Ausgabeformat?
- Konsistenz: Werden Raster, Farben, Abstände und wiederkehrende Inhaltstypen nach festen Regeln eingesetzt?
- Produktion: Stimmen Textversionen, Bildrechte, Auflösung, Exportvorgaben und Freigabestatus?
Vertiefende Grundlagen finden Sie in den Sortlist-Beiträgen über visuelle Kommunikation, die Entwicklung eines Corporate Designs und den Sortlist-Rebranding-Prozess.
Mini-Rechner für den Layoutaufwand
Der Rechner kombiniert Seitenumfang, Grundlayout und Korrekturen. Sämtliche Werte sind veränderbare Projektannahmen und keine Marktpreise.
Konzeption, Textredaktion, Bildrecherche, Bildrechte, Reinzeichnung, Druckabstimmung und technische Barrierefreiheitsprüfung müssen bei Bedarf zusätzlich kalkuliert werden.
Häufige Fragen zu Editorial Design
Was ist Editorial Design?
Editorial Design ist die visuelle und strukturelle Gestaltung redaktioneller Inhalte. Es verbindet Raster, Typografie, Bildsprache, Navigation und Seitenfolge zu einem zusammenhängenden Lesesystem.
Worin unterscheidet sich Editorial Design von Grafikdesign?
Grafikdesign ist der übergeordnete Fachbereich. Editorial Design konzentriert sich auf gegliederte Publikationen, deren Inhalte über mehrere Seiten oder Screens hinweg verständlich organisiert werden müssen.
Wie viele Wörter passen auf eine gestaltete Seite?
Das hängt von Format, Schriftgröße, Spalten, Bildern und Zielgruppe ab. Für eine erste Schätzung können Sie im Rechner beispielsweise 250 bis 400 Wörter für eine textbetonte Seite einsetzen; bildstarke Einstiegsseiten liegen in der Regel darunter.
Welche Unterlagen werden für ein Editorial-Design-Projekt benötigt?
Benötigt werden üblicherweise Zielgruppe und Publikationsziel, Ausgabeformate, Inhaltsverzeichnis, freigegebene Texte und Daten, Bilder samt Nutzungsrechten, Markenrichtlinien sowie technische Vorgaben für Druck und digitale Veröffentlichung.
Wann lohnt sich externe Unterstützung?
Externe Unterstützung ist besonders sinnvoll, wenn ein neues Gestaltungssystem entwickelt, eine umfangreiche Publikation unter Zeitdruck produziert oder eine Ausgabe für mehrere Kanäle aufbereitet werden soll. Sie können dafür Ihr Editorial-Design-Projekt bei Sortlist beschreiben.
Wer Inhalte für Printpublikationen wie Zeitschriften, Bücher oder Broschüren veröffentlicht, für den sollte der Begriff Editorial Design kein Fremdwort sein. Aber es gibt viele Marketer, die sich mit den Besonderheiten und Details von Editorial Design nicht auskennen.
Deswegen schauen wir uns in diesem Artikel einmal genauer an, was Editorial Design eigentlich ist, was es bei der Gestaltung von Inhalten zu beachten gibt und welche Regeln es für Designer:innen gibt, bevor wir uns abschließend 5 unserer aktuellen Lieblings-Designs anschauen.
Was ist Editorial Design?
Der Begriff Editorial Design kommt aus dem Englischen und bezeichnet die grafische Gestaltung von Printprodukten. In Deutschland wird häufig auch die Bezeichnung redaktionelle Gestaltung verwendet.
Das Ziel des Editorial Designs ist es dabei, das Printmedium bestmöglich zu gestalten und einen geschriebenen Text grafisch passend zu untermalen.
Um dies zu erreichen, beschäftigt sich der Designer oder die Designerin von der Schriftart, über die Farbgebung und das Layout bis hin zur Auswahl der Bilder mit allen grafischen Gestaltungsmöglichkeiten, um die Inhalte visuell so ansprechend wie möglich zu präsentieren.
Editorial Design kommt in vielen unterschiedlichen Medien zum Einsatz. Dazu gehören vor allem:
- Zeitschriften
- Zeitungen
- Magazine
- Bücher
- Broschüren
- Flyer
- etc.
Was gilt es vor der Gestaltung eines Editorial Designs zu beachten?
Das Ziel von Editorial Design ist es, einen Text grafisch zu untermalen und daraus ein Gesamtbild zu kreieren. Doch bevor wir in die Details der Gestaltung eintauchen, gibt es ein paar grundlegende Punkte, die unabhängig vom Medium stets im Vordergrund stehen sollten. Dabei kann die Zusammenarbeit mit erfahrenen werbeagenturen berlin entscheidend sein, um qualitativ hochwertige Ergebnisse zu erzielen.
Welche Regeln gibt es für Editorial Designer?
Editorial Designer:innen sind in der Regel entweder ausgebildete Mediengestalter:innen oder haben ein Studium in dem Bereich Kommunikation absolviert. Dementsprechend geht es nicht nur darum, ein gutes Auge zu haben, sondern sich auch mit ein paar grundlegenden Regeln im Bereich des Designs auszukennen.
Typografie
Bei der Typografie geht es um die Auswahl einer oder mehreren Schriften, um die Inhalte und das optische Gesamtbild eines Mediums zu unterstreichen.
Im Vordergrund bei der Auswahl einer passenden Schriftart sollte stets der Inhalt stehen. Dieser gibt vor, welche Schrift verwendet wird und welche Gestaltungsmöglichkeiten zum Einsatz kommen.
Ein Flyer für ein Restaurant wird dementsprechend eine andere Schrift aufweisen, als das Layout eines Mode-Magazins. Trotzdem sollte man in beiden Fällen auf eine gute Lesbarkeit achten.
Deswegen kommen häufig auch nicht mehr als eine bzw. maximal zwei verschiedene Schriftarten zum Einsatz: Eine Hauptschrift sowie eine weitere, die nur ausgewählt zum Hervorheben von wichtigen Inhalten genutzt wird.
Farben
Designer:innen müssen sich außerdem mit Farben auskennen. Das Wissen um Komplementärfarben und ihre Wirkungen kann nämlich einen entscheidenden Unterschied bei der Gestaltung machen.
Je nachdem, was die Botschaft eines Textes oder das Ziel des Designs generell ist, sollten dementsprechend auch andere Farben ausgewählt werden. Denn Farben haben einen Einfluss auf unsere Emotionen:
- Rot ist die Farbe der Liebe, aber auch der Gefahr
- Gelb ist fröhlich, optimistisch und energiegeladen
- Orange ist lebendig und enthusiastisch, aber auch aggressiv
- Grün ist erfrischend und optimistisch
- Blau ist vertrauenswürdig und strahlt Sicherheit aus
- Lila ist kreativ und luxuriös
- Pink ist verspielt und romantisch
- Braun ist naturverbunden und praktisch
- Schwarz ist hochwertig und stark
- Weiß ist minimalistisch und sauber
- Grau ist seriös und reif
Struktur
Layout, oder Raster, bezeichnen die Aufteilung eines Textes in verschiedene Spalten auf einer Seite. Durch das Design eines individuellen Rasters kann nicht nur der Fluss für die Leser:innen verbessert, sondern auch ein Alleinstellungsmerkmal für das Medium geschaffen werden.
Zusätzlich hat man die Wahl zwischen einer Einzel- oder einer Doppelseite, was vor allem die Auswahl und die Platzierung von Bildern beeinflussen kann.
Bilder
Wie heißt es so schön? Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Genau nach diesem Prinzip sollten auch die Bilder für ein Editorial Design ausgewählt werden.
Das Bild sollte dabei nicht nur alleinstehend funktionieren, sondern sich auch in das restliche Design einfügen.
Daher sollte ein Bild stets im Zusammenspiel mit den übrigen Gestaltungsmöglichkeiten betrachtet werden. Eine schwarz-weiß Fotografie kann für sich schön sein, aber in Kombination mit bestimmten Schriftarten oder dezenten Farben schnell altbacken oder fehlplatziert wirken. Wenn Sie auf der Suche nach professionellen Bildern sind, können Sie sich auch an Werbeagenturen wenden.
5 Editorial Designs, die uns begeistern!
1. Louisville Magazine – No Justice, No Peace
Das Louisville Magazine ist eine US-amerikanische Zeitschrift, die seit den 50er-Jahren einmal im Jahr herausgegeben wird.
Im Jahr 2020 zierte eine Zeichnung von Breonna Taylor das Cover des Magazins, gepaart mit einer emotional aufgeladenen Foto-Story rund um die Proteste in den USA als Teil der Black Lives Matter-Bewegung.
Uns begeistert dabei insbesondere das Zusammenspiel aus Bildern und Schrift, die in Kombination mit schwarz, weiß und dezenten gelben Kontrasten die Aussage des Magazins klar in den Vordergrund stellen.

Für die Gestaltung gewann das Magazin die Kategorie Editor’s Choice der 2020 Print Awards.
2. Sidney Lim – Full Stop
Der US-amerikanische Designer Sidney Lim ist der Gestalter der Sonderpublikation „Full Stop“. Das Magazin beschäftigt sich mit der Wichtigkeit von Zeichensetzung für die geschrieben Sprache – und hat diese Botschaft auch mit der Gestaltung der Inhalte unterstrichen.
Zweiseitige Überschriften und eine gut leserliche Schrift werden anhand der minimalistischen Farbpalette noch prägnanter für die Leser:innen sichtbar.

3. Washington Post – How Many is Too Many

Als eine der traditionsreichsten Zeitungen der Vereinigten Staaten muss die Washington Post gleich mehrere Aufgaben bewältigen: Sie muss ihren Leser:innen Inhalte vermitteln und dabei gleichzeitig alte gestalterische Muster hinterfragen und anhand von spannenden Layouts auch eine neue Generation Leser:innen ansprechen.
Der Gestalter Inca Pan hat dies mit seinem Layout für die Meinungsseite der Zeitung auf eine neue Art und Weise geschafft.
Die traditionelle Struktur von Zeitungen wird aufgebrochen und mit einer Illustration, die über das eigentliche Raster hinausgeht, neu erfunden.
4. Rugged – Zeitschriftcover
Es gibt viele Zeitschriften, die mit imposanten Fotografien auf ihren Covern punkten wollen. Doch gerade der Mut zur Authentizität vor einer oberflächlichen Schönheit hat auch die Jury des German Design Awards von dem Editorial Design des Laufmagazins Rugged überzeugt.
Mit dem Fokus auf einer großflächigen Fotografie und einer dezenten Typografie kommt das Gefühl des Läufers authentisch für die Leser:innen herüber.

5. Times of Oman – Off the Shelf
Mit dem aufmerksamkeitsstarken Design dieses Artikels unterstreicht die Zeitung Times of Oman die inhaltliche Botschaft zusätzlich.
Anhand einer optischen Illusion scheint es, als sei das Layout des gedruckten Mediums zerrissen. Die Struktur des Textes ist dabei zwar verhältnismäßig klein in zwei Spalten gehalten, sticht aber dank des wohl durchdachten Editorial Designs dennoch klar ins Auge.
Der Nutzen von Editorial Design
Was die vorgestellten Beispiele zeigen: Editorial Design ist wichtig, um die Aufmerksamkeit der Leser:innen zu erhalten und aus der Masse hervorzustechen. Dabei lohnt es sich, mutig zu sein. Ein besonders aufregendes oder ausgefallenes Design weckt Interesse und bleibt im Kopf. Deshalb lohnt es sich, die Gestaltung von Printmedien in die Hände von Profis zu geben und eine Agentur für Design zu beauftragen.
