Die ersten Wochen meines Praktikums waren schrecklich. Ich habe mich mit allem überfordert gefühlt, ich habe nichts von dem verstanden, was mir irgendjemand erklärt hat und ich war überzeugt, dass sich das auch niemals ändern würde und ich nur zwei Optionen habe: hinschmeißen oder im großen Stil versagen.

Beides wenig verlockend. Letztlich war die Angst, den Walk-of-Shame gehen zu müssen, größer, weil ich nicht in Erklärungsnot geraten wollte. Aber vor allem wollte ich nicht schon wieder gegen mich selbst verlieren.

Sie merken, das hier ist kein gewöhnlicher Sortlist-Artikel. Doch er ist trotzdem relevant für Sie. Denn hier geht es nicht nur um mich, sondern um ein gesamtgesellschaftliches Problem, dass erheblichen Einfluss auf die Arbeitswelt hat.

Inhaltsverzeichnis

Psychische Belastung: Definition

Unter psychischen Belastungen versteht die Norm DIN EN ISO 10075 „die Gesamtheit aller erfassbaren Einflüsse, die von außen auf den Menschen zukommen und psychisch auf ihn einwirken.“ Der Begriff ist somit also nicht grundsätzlich negativ zu verstehen. Weiter heißt es:

Auf die Arbeit bezogen ist psychische Belastung somit die Gesamtheit der Anforderungen, die aus der Tätigkeit entsteht. (baua.de)

Wird die psychische Belastung jedoch zu groß, kann sie Stress auslösen. Man spricht dann auch von einer Fehlbelastung. Der Einfachheit wegen, und weil es eher unserem alltäglichen Verständnis entspricht, wird im Folgenden die psychische Belastung mit der Fehlbelastung gleichgesetzt.

Stress ist die innere Reaktion auf diese äußerlichen Einflüsse. Und ist der Körper zulange Stress ausgesetzt, kann das krankmachen, physisch und seelisch.

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Psychische Belastung in Zahlen

Eine Umfrage von Statista ergab, dass beinahe ein Drittel der Deutschen 2020 mit Stress und Stimmungsschwankungen zu kämpfen hatte, mehr als ein Viertel erlebte mindestens eine depressive Phase.

Statistik zu psychischen Problemen von Statista

Natürlich war das letzte Jahr durch die Pandemie geprägt, was für uns alle einen Ausnahmezustand darstellte. Allerdings waren psychische Krankheiten bereits zuvor auf dem Vormarsch. Werfen wir einen Blick auf eine weitere Statistik.

Statistik: Anteile der zehn wichtigsten Krankheitsarten an den Arbeitsunfähigkeitstagen in Deutschland in den Jahren 2013 bis 2019 | Statista

Nach einer Erhebung der DAK waren bis 2019 psychische Krankheiten der zweithäufigste Grund für Fehltage. Die Zahl hat von 2013 an um 2,5% zugenommen und verzeichnet somit das größte Wachstum. Nur Muskel-Skelett-Erkrankungen standen damals noch höher, wozu beispielsweise Rückenschmerzen gehören.

Und das sind nur diejenigen Erkrankten, die auch tatsächlich ausfallen. Die Zahl der eigentlich betroffenen ist nochmal um ein Vielfaches höher:

More than one third of all Germans suffer from psychological impairments, with anxiety, affective- and substance-related disorders occurring predominantly. Both the prevalence and the severity of mental illnesses have increased in recent years. (Jacobi et al 2014)

Eine weitere Erhebung der AOK wirft einen Blick auf die Arbeitsausfälle aufgrund von Burn-Out. Von 2004 bis 2019 hat sich die Zahl der Fälle beinahe verzehnfacht, von 0,6 auf 5,9 Fälle pro 1000 Mitglieder bei der AOK. Burn-Out kann eine von vielen direkten Folgen zu hoher psychischer Belastung sein:

Employees with higher perceived stress levels are more susceptible for developing psychological, somatoform, and physiological disorders, and obtain higher mortality rates (Ganster & Rosen, 2013).

Somit ist es also im Interesse eines jeden Unternehmens, die Krankheitslast zu verringern, um Fehltage und Arbeitsausfälle der Beschäftigten zu reduzieren. Es ist aber auch für die jeweiligen Arbeitnehmer wichtig, die eigene Gefährdung zu erkennen und Warnzeichen frühzeitig wahr- und ernstzunehmen.

Wie oben bereits erwähnt, sind psychische Krankheiten der zweithäufigste Grund für Arbeitsausfälle. Anders als für körperliche Erkrankungen fehlt hier oftmals noch das Verständnis. Die am weitesten verbreitete psychische Störung ist die Depression. Sie kann Überforderung, verminderte Konzentrationsfähigkeit, Erschöpfungszustände und geringere Stressresistenz mit sich ziehen, was die Leistungsfähigkeitauf Dauer beeinflusst.

Die aktuelle Umfrage der deutschen Depressionshilfe hat ergeben, dass jeder 5. Arbeitnehmer in Deutschland bereits einmal mit einer Depression diagnostiziert wurde. Sie sieht den Schlüssel v. a. in der Aufklärung:

Ein besserer Wissensstand zur Erkrankung in Unternehmen könnte viel Leid bei betroffenen Arbeitnehmern und immense Kosten für Arbeitgeber vermeiden.

Deswegen werfen wir nachfolgend einen genaueren Blick auf diese Störung.

Was sind Depressionen?

Depressionen gehören zu den affektiven Störungen. Das bedeutet, dass sie sich vor allem auf die Stimmung auswirken. Es gibt eine Reihe von Symptomen, die bei einer Depression vorliegen können

Dazu gehören u. a.:

  • gedrückte Stimmung, Niedergeschlagenheit
  • innere Leere, Taubheit
  • Antriebslosigkeit
  • Müdigkeit, Erschöpfung
  • Übermäßiges Grübeln, Gedankenspiralen, übertriebene Sorgen
  • Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung
  • Verlust von Freude und Interesse
  • Vermindertes Selbswertgefühl
  • Schuldgefühle
  • Morgentief
  • gesteigerter oder verminderter Appetit
  • Schlafstörungen oder exzessiver Schlaf
  • körperliche Symptome wie Rücken- oder Kopfschmerzen
  • etc.

Die Depression hat viele Gesichter und kann in ihrer Schwere und ihren Auswirkungen stark variieren. Deswegen werde ich mich im Folgenden nur auf meine persönliche Erfahrung stützen können.

Psychische Belastung gepaart mit Depression

Jährlich erkranken etwa 5,3 Millionen Deutsche an einer Depression. Pro Jahr sterben ca. 700 Menschen in Folge einer depressiven Episode. Das sind sieben mal so viele Todesfälle wie in 2010. Obwohl das Bewusstsein gewachsen ist, steigen auch die Zahlen weiter. Um vielleicht zumindest ein wenig mehr Verständnis zu schaffen, möchte ich einen kleinen Einblick bieten, was es bedeuten kann, mit einer Depression den Arbeitsalltag zu bewältigen.

Ich leide seit mehr als viereinhalb Jahren an Schlafstörungen. Jede Nacht wache ich auf und kann oft Stunden nicht mehr einschlafen. Morgens fällt es mir absolut schwer das Bett zu verlassen. Ich arbeite von zu Hause und schaffe es trotzdem zu spät zu kommen. Gleitzeit kann hier Abhilfe verschaffen.

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Quelle: Mr. Lovenstein auf Twitter

Habe ich mich dann vom Bett an den Schreibtisch gekämpft, kann ich mich oft nicht richtig konzentrieren. Ich wechsle die ganze Zeit zwischen Tasks hin und her, ohne irgendwas richtig fertig zu bringen. Ich weiß, dass ich mich besser organisieren könnte, indem ich z. B. eine To-Do-Liste schreibe, aber selbst wenn ich das tue, halte ich mich nicht daran.

Ich fühle eine innereLeere, die fast schon schmerzhaft ist. Die Tage fühlen sich alle gleich an und mein Leben erscheint mit inhaltslos. Die Arbeit hilft zu einem gewissen Grad, diese Leere zu füllen, aber manchmal erwische ich mich dabei, wie ich einen Moment innehalte und mich frage, was ich gerade eigentlich mache und welchen Sinn das alles hat.

Grundsätzlich fühle ich mich sehr schnell überfordert. In Phasen, in denen mehr ansteht als gewöhnlich, sehe ich nur den Berg an Arbeit vor mir und habe keine Ahnung, wie ich ihn erklimmen soll.

Und dann ärgere ich mich wieder über mich selbst, weil mir bewusst wird, wie privilegiert ich eigentlich bin und ich komme mir vor wie ein weinerliches Kind. Ich bin eine erwachsene Frau und sollte mich dementsprechend verhalten und auch etwas aushalten können.

Ich denke ständig an die Arbeit und frage mich wie ich alles bewältigen soll. Das schlechte Gewissen und die Angst, dem Pensum nicht Herrin zu werden, treiben mich dann wieder an. Es ist keine gesunde Motivation, aber oft die einzige, die ich habe.

Mein Psychiater fragte mich mal, was sich ändern müsse, damit ich mich besser fühle und mein erster Gedanke war: „ich“. Mir kommt es oft so vor, dass ich mit dieser Hustle Culture, die teilweise auf Social Media zelebriert wird, nicht mithalten kann. Und das gibt mir das Gefühl, eine Versagerin zu sein, die keinerlei Ambitionen hat.

Dementgegen steht der Trend zu mehr Achtsamkeit, die Stress reduzieren soll. Dieser ist mittlerweile auch in einigen Unternehmen bereits angekommen. Diese machen ihren Beschäftigten verschiedene Angebote, wie Yoga oder Meditation, um die Stressoren klein zu halten, Belastungen zu minimieren und die Arbeitsbedingungen insgesamt zu verbessern.

text aus the shining
Screenshot aus The Shining (1980)

All diejenigen, mit denen ich bisher hier bei Sortlist persönlichen Kontakt hatte, arbeiten viel und hart. Das kann inspirierend sein, manchmal ist es aber auch einschüchternd. Nichtsdestotrotz schätze ich mich sehr glücklich hier arbeiten zu dürfen.

Vom ersten Tag an, den ich hier gearbeitet habe, hatte ich das Gefühl, dass alle an mich geglaubt haben. Nie kam es mir vor als hätte irgendjemand, – außer meiner Selbst -, Zweifel daran, dass ich meine Sache gut machen werde. In meinem ganzen Leben habe ich nie so viel Support gespürt und das ist unfassbar schön. Es ist so wichtig Rückhalt am Arbeitsplatz zu haben und zu wissen, dass man sich auf sein Team verlassen kann.

Ich bin sehr schlecht darin, meine Wertschätzung auszudrücken, aber ich bin wirklich überaus dankbar für alles, was für mich getan wurde und für das Verständnis, das mir entgegengebracht wird – vor allem von meinem Manager. Ich weiß, es ist nicht immer leicht mit mir zu reden, aber er hat immer eine Engelsgeduld bewiesen. Und das hilft ungemein.

Psychische Belastung bei Sortlist

Aber wie ist es allgemein bei Sortlist? Wie fühlen sich die Mitarbeitenden in ihrer derzeitigen Arbeitssituation? Eine anonyme Umfrage bringt Aufschluss.

An der Umfrage haben 59 Personen teilgenommen, wobei das Geschlechterverhältnis ausgewogen war (29 Frauen, 28 Männer und 2 nicht-binäre Personen). Dabei hat die Umfrage ergeben, dass 37,3% der Mitarbeitenden von ihrer derzeitigen Arbeitslast gestresst oder überfordert sind. Trotzdem bringt über 80% ihre Arbeit Freude und sogar 86% sehen einen Sinn in dem was tun.

Die große Mehrheit der Befragten war in den letzen Monaten zumindest an einigen Tagen besorgt oder angespannt in Bezug auf alltägliche Dinge.

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Anhaltende Sorge über einen längeren Zeitraum bedeutet psychischen Stress und stellt nicht nur eine Gefahr für die mentale, sondern auch für die körperliche Gesundheit dar.

Allgemein scheinen sich fast alle Beschäftigten bei Sortlist in einem gewissen Maße immer mal wieder Sorgen um die Arbeit zu machen, was sicherlich normal ist. Auffällig ist, dass ein Viertel der Befragten angab, problemlos nach der Arbeit abschalten zu können, obwohl sich nur 1,7% nie Sorgen um Unerledigtes machen.

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Dies würde bedeuten, dass ein großer Teil der Leute auch dann noch Abschalten kann, wenn solche Sorgen vorhanden sind. Weiter interessant ist auch, dass sich über die Hälfte der Teilnehmenden oft mit anderen vergleicht. Die Frauen sind hiervon mehr betroffen als die Männer.

Es geben auch mehr Frauen an, sich gestresst zu fühlen und keine Freude zu empfinden. Tatsächlich sind Frauen mehr als doppeltso häufig von Depressionen betroffen als Männer (Quelle: AOK). Jedoch suchen Frauen sich auch öfter Hilfe. Ein Drittel der befragten Beschäftigten haben sich bereits an einen Psychiater oder eine Psychologin gewandt, wovon mehr als die Hälfte weiblich ist.

Was hingegen ganz besonders erfreulich ist: Alle Teilnehmenden haben jemanden, dem sie sich anvertrauen können.

76% der Mitarbeitenden bei Sortlist wünschen sich, dass ihr Arbeitgeber Angebote zum besseren Umgang mit Belastungssituationen bereitstellt. Besonders oft genannt wurde der Wunsch nach Sportangeboten, bzw. einer Bezuschussung zu Kursen. Weitere Vorschläge waren das Angebot von Seminaren zur Stressbewältigung, Meditation und ein Forum für den offenen Austausch.

Was hilft bei psychischen Belastungen am Arbeitsplatz?

Grundsätzlich gilt natürlich: Vorsicht ist besser als Nachsicht. Das Stichwort lautet also Prävention. Das schwierige hierbei ist, dass Belastungsgrenzen individuell sind und psychische Belastungen daher stark subjektiv sind. Deshalb ist es wichtig offen zu kommunizieren, wenn Sie sich überfordert fühlen.

Eine erhöhte Belastung über einen kürzeren Zeitraum hinweg kann auch durchaus angemessen sein und sollte toleriert werden können. Hält die Belastung jedoch zu lange an und Sie haben das Gefühl, sich nicht mehr richtig erholen zu können, sollte eingeschritten werden. Andernfalls besteht eine Gefährdung der Gesundheit.

8 Tipps für eine bessere Psychohygiene

Es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten, die helfen können, das persönliche Befinden zumindest teilweise zu verbessern und psychischen Belastungen entgegenwirken können.

Physische Gesundheit

Allgemein gilt: Ein gesunder Geist wohnt in einem gesunden Körper. Es mag abgedroschen klingen, entspricht aber der Wahrheit. Sport, gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf sind entscheidende Faktoren. Gerade Sport kann auch als Ausgleich nach einem langen Arbeitstag dienen.

Routine bewahren

Geben Sie Ihrem Alltag eine Struktur. Gerade wenn man das Gefühl hat, im eigenen Kopf herrsche nur Chaos, ist eine geordnete Routine wichtig und kann Halt geben. Stecken Sie sich kleine Ziele. Wenn Sie das Gefühl haben, dass eine Aufgabe zu groß ist, unterteilen Sie diese in kleinere Zwischenschritte, die Sie besser bewältigen können. Führen Sie eine To-Do-Liste. Todoist ist hierfür eine hilfreiches Tool.

Achtsamkeit üben

Es gibt diverse Entspannungsübungen und Atemtechniken, die ebenfalls helfen können, Stress zu reduzieren. So sind Meditations-Apps sind in den letzen Jahren immer beliebter geworden. Sortlist bietet seinen Mitarbeitenden z. B. einen Premium-Zugang zu Headspace.

Dankbarkeit

Ein Dankbarkeitstagebuch zu führen ist eine weitere Methode, die helfen soll, die eigene Perspektive zu verschieben und optimistischer zu werden. Kurzgesagt haben hierzu ein Video gemacht, das die wissenschaftlichenHintergründe beleuchtet:

Schreiben als Katharsis

Es kann auch hilfreich sein, ein gewöhnliches Tagebuch zu führen, in dem Sie nicht nur die Geschehnisse des Tages festhalten, sondern auch Ihre Stimmung und Ihre Gefühle. Auf diese Weise können Sie sie besser verarbeiten. Es entsteht ein ähnlicher kathartischer Effekt, wie wenn Sie sich jemandem anvertrauen, wenngleich das Zwischenmenschliche natürlich nie ersetzt werden kann.

Beschäftigung

Weiter könnten Sie ein Hobby finden, das Sie erfüllt und das Ablenkung bieten kann. Vielleicht auch eines, dem Sie zusammen mit einer anderen Person nachgehen können. Gerade wenn im Kopf viel los ist, hilft es, etwas mit den Händen zu tun, um sich abzulenken und runterzukommen.

Kommunikation und soziale Kontakte

Umgeben Sie sich mit Menschen, die Sie schätzen und vermeiden Sie es, sich zu stark zu isolieren. Für Manche mag es schwer zu glauben sein, aber es hilft tatsächlich, über Probleme zu reden.

Wenn Ihnen Ihre Arbeitslast zu hoch vorkommt, sprechen Sie Ihren Vorgesetzten darauf an. Vielleicht gibt es die Möglichkeit, ein Projekt abzugeben oder er kann Ihnen helfen, sich besser zu strukturieren und Ihre Zeit besser zu managen. Vielleicht können bestimmte Aufgaben auch an eine Agentur ausgelagert werden.

Erfolge anerkennen und aus Fehlern lernen

Seien Sie gut zu sich selbst. Belohnen Sie sich, wenn Sie etwas gut gemacht haben, nehmen Sie sich Dinge vor, auf die Sie sich freuen können. Sie können sich auch jeden Abend aufschreiben, worauf Sie stolz sind es an diesem Tag geschafft zu haben. Und machen Sie sich auf gar keinen Fall selbst fertig, wenn Sie einen Fehler gemacht haben, sondern sehen Sie diesen als Chance zu lernen und zu wachsen.

Was kann ich für Betroffene tun?

Wenn Sie selbst nicht betroffen sind, aber das Gefühl haben, einer Kollegin oder einem Mitarbeiter geht es nicht besonders gut, gehen Sie auf die Person zu. Signalisieren Sie Ihrem Gegenüber, dass er oder sie mit Ihnen sprechen kann. Bieten Sie Ihre Hilfe an und versuchen Sie Lösungen zu erarbeiten, wie Sie vielleicht die Arbeitsbedingungen für die betroffene Person verbessern können.

Drängen Sie sich nicht auf, aber lassen Sie sich auch nicht zu leicht abspeisen. Viele Menschen möchten andere nicht mit ihren Problemen belasten und spielen sie deshalb runter. In solchen Fällen gilt es nachzuhaken.

Seien Sie im Allgemeinen aufmerksam und geben Sie aufeinander Acht. Versuchen Sie verständnisvoll zu sein, verurteilen Sie die Person nicht und geben Sie ihr das Gefühl, dass Sie sie Ernst nehmen. Und drücken Sie Ihre Wertschätzung aus.

Als Arbeitgeber können Sie Ihre Mitarbeitenden befragen. Wünschen Sie sich besondere Angebote, die einen Ausgleich bringen können? Wie können Sie das Stressmanagement verbessern, sodass sich psychische Belastungen besser bewältigen lassen?

Wenn alles nichts hilft…

Manchmal sind Belastungen so groß, dass wir uns selbst nicht mehr helfen können. In solchen Fällen sollten Sie in Erwägung ziehen, sich professionelleUnterstützung zu holen.

Therapie

Es muss kein Verdacht auf eine psychische Störung oder Erkrankung vorliegen, um sich an eine Therapeutin wenden zu „dürfen“. Viele Psychotherapeuten haben Websites auf denen Sie sich vorher umsehen und informieren können. Dabei ist auch stets das Behandlungssprektrum angegeben. Sie werden feststellen, dass es oftmals heißt, dass die behandelnde Person auch Unterstützung in akuten Krisen-, Stress-, oder Belastungssituationen anbietet.

Weiter gibt es auch keinen Grund sich zu schämen oder zu glauben, dass man Schwäche zeigen würde. Jedoch besteht leider das Problem, dass Therapieplätze rar sind und man Monate warten muss, um einen zu bekommen. Stimmt dann die Chemie mit dem Therapeuten nicht, geht die Suche von vorne los.

Schnelle Hilfe

In akuten Situationen kann es helfen, bei der Telefonseelsorge anzurufen. Alternativ besteht auch die Möglichkeit eine E-Mail zu schreiben oder mit jemandem zu chatten. Manchmal kann es hilfreich sein, sich einem fremden Menschen anzuvertrauen. Diese können unter Umständen auch eine ganz andere Perspektive bieten als Personen, die einem nahe stehen.

Was Sie mitnehmen sollten

Psychische Belastungen betreffen uns alle. Jeder wird in seinem Leben mal mit einer Zeit konfrontiert sein, in der der Stress Überhand zu nehmen scheint und man sich mit allem komplett überfordert fühlt. Wichtig ist zu verstehen, dass das normal ist.

So wie keiner von uns durch das Leben gehen kann, ohne körperlichen Erkrankungen zu entgehen, so ist auch unsere Psyche nicht immer in Höchstform. Und so wie körperliche Anzeichen auf eine mögliche Gefährdung der Gesundheit ernst genommen werden sollten, so gilt dies auch für die Seele.