Das Wichtigste in Kürze
- Menschen besuchen Ihre Website mit einem konkreten Ziel. UX-Design beginnt deshalb mit Nutzeraufgaben und nicht mit Farben, Animationen oder persönlichen Vorlieben.
- Prüfen Sie Navigation, Verständlichkeit, Barrierefreiheit und technische Leistung gemeinsam: Ein visuell überzeugender Entwurf kann trotzdem an Tastaturbedienung, Formularen oder Ladezeiten scheitern.
- Qualitative Tests mit fünf Personen pro vergleichbarer Zielgruppe sind ein sinnvoller Startpunkt. Ergänzen Sie diese Beobachtungen durch Webanalyse und wiederholte Tests nach jeder Überarbeitung.
Was sich beim UX-Design seit 2024 verändert hat
Barrierefreiheit ist für viele Unternehmen von einer freiwilligen Qualitätsmaßnahme zu einer rechtlich relevanten Anforderung geworden. Seit dem 28. Juni 2025 müssen vom Barrierefreiheitsstärkungsgesetz erfasste Produkte und Dienstleistungen die gesetzlichen Anforderungen erfüllen. Die Bundesfachstelle Barrierefreiheit stellt klar, dass dies bei betroffenen Angeboten nicht nur neu veröffentlichte Websites betrifft.
Auch die Bewertung der technischen Nutzererfahrung ist konkreter geworden. Google empfiehlt für eine gute Core-Web-Vitals-Bewertung einen Largest Contentful Paint von höchstens 2,5 Sekunden, einen Interaction to Next Paint von höchstens 200 Millisekunden und einen Cumulative Layout Shift von höchstens 0,1. Gemessen wird jeweils das 75. Perzentil der Seitenaufrufe; die vollständige Definition erläutert web.dev.
UX-Design beginnt mit dem Besuchsgrund
Ihr Publikum besucht die Website aus einem bestimmten Grund: etwa um einen Preis zu prüfen, eine Leistung zu verstehen, einen Termin zu buchen oder ein Problem zu lösen. Formulieren Sie für jede wichtige Seite eine primäre Nutzeraufgabe und prüfen Sie anschließend, ob Navigation, Inhalt und Handlungsaufforderung genau diese Aufgabe unterstützen.
Ordnen Sie die Aufgabe außerdem in die Customer Journey ein. Eine Person, die erstmals recherchiert, benötigt andere Informationen als jemand, der bereits Anbieter vergleicht. Die passende Website-Struktur macht diese Wege sichtbar und verhindert, dass interne Abteilungen statt Nutzerbedürfnisse die Navigation bestimmen.
Welche UX-Prüfmethode beantwortet welche Frage?
| Methode | Geeignet für | Stärke | Grenze |
|---|---|---|---|
| Moderierter Usability-Test | Navigation, Formulare und komplexe Aufgaben | Sie beobachten Verhalten und können gezielt nachfragen. | Die Ergebnisse sind qualitativ und keine repräsentative Prozentmessung. |
| Unmoderierter Aufgabentest | Klare, kurze Abläufe mit klickbarem Prototyp | Mehrere Personen können zeitlich unabhängig teilnehmen. | Missverständnisse lassen sich während des Tests nicht klären. |
| Expertenreview | Frühe Entwürfe und schnelle Bestandsaufnahme | Bekannte Bedienprobleme werden vor der Rekrutierung erkannt. | Die Einschätzung ersetzt keine Beobachtung echter Nutzer. |
| Webanalyse | Abbrüche, Suchanfragen und Nutzungspfade auf einer bestehenden Website | Zeigt, was in realen Sitzungen passiert. | Erklärt ohne ergänzende Forschung selten, warum es passiert. |
| Barrierefreiheitsprüfung | Tastaturbedienung, Kontraste, Alternativtexte und Formulare | Kombiniert automatisierte Funde mit manuellen Prüfungen. | Ein automatischer Scan allein kann keine vollständige Konformität bestätigen. |
Ein belastbarer UX-Test in fünf Schritten
- Eine Aufgabe festlegen: Testen Sie beispielsweise „Finden Sie die Lieferbedingungen und schließen Sie den Kauf ab“ statt allgemein nach dem Eindruck der Website zu fragen.
- Passende Personen auswählen: Rekrutieren Sie Menschen mit dem relevanten Bedarf und Erfahrungsniveau. Mitarbeitende, die Navigation und Fachbegriffe bereits kennen, sind kein Ersatz.
- Erfolg definieren: Dokumentieren Sie vorab, wann die Aufgabe als erledigt gilt, wo Hilfe nötig war und an welcher Stelle ein Abbruch erfolgt.
- Verhalten beobachten: Bitten Sie die Testperson, laut zu denken. Erklären oder verteidigen Sie die Oberfläche während der Aufgabe nicht.
- Priorisieren und erneut testen: Beheben Sie zuerst Probleme, die eine zentrale Aufgabe verhindern. Prüfen Sie die überarbeitete Version anschließend in einer neuen Runde.
„Die Antwort lautet fünf – außer, wenn sie nicht fünf lautet.“
Sinngemäß nach Jakob Nielsen, Nielsen Norman Group, 3. Juni 2012
Nielsen empfiehlt für einen qualitativen Usability-Test zunächst fünf Personen. Bei deutlich unterschiedlichen Zielgruppen – beispielsweise Einkäufern und Endkunden – sollte jede Gruppe separat untersucht werden. Die Empfehlung ist kein Ersatz für quantitative Forschung, sondern ein wirtschaftlicher Ausgangspunkt für kurze, wiederholte Testzyklen; die Ausnahmen erläutert die Nielsen Norman Group.
Navigation und visuelle Hierarchie prüfen
Beschriften Sie Menüpunkte und Schaltflächen mit Begriffen, die das erwartbare Ziel beschreiben. Intuitive, konsistent verwendete Icons können die Orientierung unterstützen, sollten aber bei nicht eindeutig bekannten Symbolen eine Textbeschriftung erhalten. Gezielter Weißraum trennt zusammengehörige Inhalte und verbessert die Lesbarkeit, wie der Praxisleitfaden von SD Webdesign vom 23. August 2024 hervorhebt.
Nutzen Sie Animationen nur, wenn sie Zustände oder Beziehungen verständlicher machen. Weitere Anwendungsbeispiele finden Sie im Beitrag zu UI-Design-Trends; technische und gestalterische Grundlagen bündelt der Sortlist-Leitfaden für Webdesign.
Aktuelle UX-Kennzahlen für Ihren Audit
- 94,8 %: So viele der von WebAIM im Februar 2025 untersuchten eine Million Startseiten wiesen automatisch erkennbare WCAG-Fehler auf.
- 51 Fehler pro Startseite: WebAIM fand 50.960.288 Fehler auf einer Million Seiten; 2024 waren es durchschnittlich 56,8 Fehler.
- 79,1 %: Unzureichender Textkontrast war im WebAIM-Bericht 2025 der häufigste erkannte Fehlertyp.
- 2,5 Sekunden, 200 Millisekunden und 0,1: Das sind Googles Grenzwerte für LCP, INP und CLS bei einer guten Core-Web-Vitals-Bewertung.
Die WebAIM-Million-Studie 2025 erfasst nur automatisiert erkennbare Probleme. Ein fehlerfreier Scan beweist daher weder vollständige Barrierefreiheit noch eine gute User Experience; ergänzen Sie ihn durch Tastatur-, Screenreader- und Aufgabentests.
UX-Checkliste vor der Veröffentlichung
- Jede zentrale Seite unterstützt eine klar benannte Nutzeraufgabe.
- Navigation und Schaltflächen verwenden verständliche, konsistente Bezeichnungen.
- Alle Funktionen sind per Tastatur erreichbar; der Fokus bleibt sichtbar.
- Formularfelder besitzen eindeutige Beschriftungen und verständliche Fehlermeldungen.
- Bilder mit Informationsgehalt haben passende Alternativtexte.
- Textkontraste, Zoom und Darstellung auf kleinen Bildschirmen wurden geprüft.
- LCP, INP und CLS werden mit realen Felddaten kontrolliert, sofern genügend Daten vorliegen.
- Mindestens ein qualitativer Test mit typischen Aufgaben wurde vor dem Launch durchgeführt.
Als verständlichen Einstieg in die Denkweise hinter guter Usability nennt der Justinmind-Leitfaden vom 15. Februar 2025 Steve Krugs „Don't Make Me Think“ einen Klassiker: Eine Oberfläche sollte möglichst wenig unnötige Denkarbeit verursachen.
Häufige Fragen zu UX-Design für Websites
Was ist der Unterschied zwischen UX- und UI-Design?
UX-Design betrachtet den gesamten Nutzungsvorgang: Bedürfnisse, Informationsarchitektur, Abläufe, Verständlichkeit und Erfolg einer Aufgabe. UI-Design gestaltet die sichtbaren und interaktiven Elemente wie Typografie, Farben, Schaltflächen und Zustände. Eine ansprechende Benutzeroberfläche ist damit ein Teil, aber nicht die Gesamtheit der User Experience.
Wie viele Personen braucht ein Usability-Test?
Für einen qualitativen Test mit einer homogenen Zielgruppe sind fünf Personen ein verbreiteter Ausgangspunkt. Unterscheiden sich Aufgaben oder Zielgruppen deutlich, sollten Sie mehrere Gruppen bilden. Für statistisch belastbare Aussagen zu Erfolgs- oder Conversion-Raten ist eine größere, methodisch berechnete Stichprobe erforderlich.
Reicht ein automatischer Barrierefreiheitscheck aus?
Nein. Automatische Prüfungen finden unter anderem fehlende Alternativtexte, Kontrastprobleme und manche fehlerhaften Beschriftungen. Ob die Fokusreihenfolge sinnvoll ist, ein Screenreader den Ablauf verständlich vermittelt oder eine Aufgabe tatsächlich lösbar ist, muss zusätzlich manuell geprüft werden.
Welche UX-Probleme sollten zuerst behoben werden?
Priorisieren Sie Probleme nach Auswirkung, Häufigkeit und Bedeutung der betroffenen Aufgabe. Ein Hindernis im Checkout, bei einer Buchung oder im Kontaktformular wiegt in der Regel schwerer als eine rein kosmetische Unstimmigkeit auf einer selten besuchten Unterseite.
Wann sollte eine Website erneut getestet werden?
Testen Sie nach Änderungen an Navigation, Formularen oder zentralen Nutzerwegen sowie vor einem größeren Launch. Zusätzlich empfiehlt sich eine neue Prüfrunde, wenn Webanalyse, Supportanfragen oder interne Suchbegriffe auf wiederkehrende Verständnisprobleme hinweisen.
Wenn Ihnen intern UX-Forschung, barrierefreie Umsetzung oder ein unabhängiger Blick auf zentrale Nutzerwege fehlt, können Sie passende UX-Design-Partner über Sortlist finden.
Die Digitalisierung verlagert Dienstleistungen und Vertriebswege ins Netz. In diesem Kontext kann eine schöne und benutzerfreundliche Website der Schlüssel zum Erfolg Ihres Unternehmens sein. Aber wie stellen Sie sicher, dass Ihre Website den Bedürfnissen und Erwartungen der Benutzer und Kunden entspricht? Wie erstellt man eine Webpräsenz, die einfach und intuitiv zu bedienen ist?
Genau: Mit User Experience Design, oder UX-Design.
Was ist UX-Design?
UX-Design, oder User Experience Design, ist eine neue Herangehensweise beim Gestalten von Websites. In der Vergangenheit haben wir uns hauptsächlich auf das Erscheinungsbild von Websites oder Apps konzentriert. UX-Design führt dazu, dass wir und darauf konzentrieren, dass eine Website einfach zu bedienen ist. Die Benutzerfreundlichkeit des Produkts und der User stehen beim User Experience Design immer im Mittelpunkt.
Das Prinzip hinter dem UX-Design lässt sich mit dem Entwerfen einer Ketchup-Flasche vergleichen. Sie können sich für eine gut aussehende Flasche oder für eine funktionelle Flasche mit einem ähnlich schönen und ästhetischen Erscheinungsbild entscheiden.

UX – U = X
Der Schlüssel zu einem gelungenen User Experience Design ist der User. Letztendlich entwerfen Sie Ihre Website oder App nicht für sich selbst, sondern für ein ganz bestimmtes Publikum. Daher ist es wichtig, den Nutzer beim Konzeptualisieren einer neuen oder beim Verbessern einer vorhandenen Website immer im Auge zu behalten.
Ihre UX-Designer sollten beim Erstellen oder Verbessern Ihrer Website so viel Benutzervalidierung wie möglich sammeln, also Ihr Design möglichst oft von Usern testen und bewerten lassen. Das geht beispielsweise mittels Usability-Test. In diesem Fall bitten Ihre 5 User, einige wichtige Aufgaben auf Ihrer Website auszuführen, und beobachten, ob ihre Probanden diese Aufgaben zügig und ohne Hilfe durchführen können. Meistens lassen sich immer einige Usability-Probleme finden. Das kann der Ausgangspunkt für Verbesserungen auf Ihrer Website sein.
Warum ist UX-Design wichtig?
Eine Website ist ein digitales Schaufenster für Ihr Unternehmen. Sie sagt viel über Sie und Ihr Unternehmen aus. In der Forschung sehen wir, dass 89 % der Kunden ihre Interaktion nach einer schlechten Erfahrung auf der Website unterbrechen. Nichts ist frustrierender als eine fehlerhafte Website, nicht wahr? Untersuchungen haben außerdem ergeben, dass ein Benutzer 5 Sekunden benötigt, um zu entscheiden, ob er auf Ihrer Website bleibt oder diese verlässt. Es bedeutet, dass Sie eine Website entwerfen müssen, die Ihren Kunden sofort sagt, wer Sie sind, was Sie verkaufen und wofür Sie stehen.
Hier einige Beispiele für Gründe, warum ein Nutzer aufgrund einer schlechten User Experience Ihre Website verlassen könnte:
- Sie haben zwar einen Online-Shop, aber ein potenzieller Kunde kann ein bestimmtes Produkt nicht finden und verlasst deshalb Ihre Seite.
- Ein User versucht, Infos zu einem konkreten Termin zu finden, findet aber nur einen unübersichtlichen und überladenen Terminkalender und entscheidet sich gegen den Besuch Ihres Events.
Hier noch ein Beispiel, das veranschaulicht, wie entscheidend die User Experience und das damit verbundene UX-Design für Ihren Erfolg sein kann: Amazon hat durch Usability-Tests ein Problem mit einer einzelnen Schaltfläche entdeckt. Die Funktion eines Buttons war nicht eindeutig klar, was viele User von einem Kauf abhielt. Amazon überarbeitete den Button. Die Einnahmen des Konzerns stiegen um 300 Millionen.
Die Verbesserung Ihrer UX hat viele Vorteile. Für den Benutzer verbessern Sie die Erfahrung und Interaktion mit Ihren Dienstleistungen, Produkten und Marken. UX kann den Umsatz Ihres Unternehmen steigern. Und intern beschleunigen UX die Entwicklung und Verbesserung Ihrer Online-Präsenz.
Welche Investition steckt hinter gutem UX-Design?
Stellen Sie sich vor, Sie entwerfen zusammen mit einem User Experience Designer eine neue Website und stoßen auf ein Problem. Die Lösung dieses Problems während des Entwurfs würde Sie einen hypothetischen Euro kosten. Wenn Sie das gleiche Problem während der Entwicklung Ihrer Website lösen müssten, würde es Sie angenommen 5 € kosten. Schlimmer noch, wenn das Problem nach der Veröffentlichung Ihrer Website bemerkt wird. Jetzt kostet die Behebung des Problems bereits 30 €. (Quelle: Digital Trends, 2015)
Jetzt erkennen Sie, wie wichtig es ist, von Beginn an eine gute UX sicherzustellen.
Wie erkennen Sie die wahren Bedürfnisse Ihrer User?
Die zentrale Voraussetzung für eine Website, die gut funktioniert, die benutzerfreundlich ist und Konversionen fördert, ist Wissen über die Bedürfnisse und Erwartungen Ihrer Nutzer. Jede Website wird für ein bestimmtes Zielpublikum erstellt. Dieses Publikum besucht Ihre Seite immer aus einem bestimmten Grund. Und diesen Grund müssen Sie kennen, um ein einfach zu navigierendes User Experience Design erarbeiten zu können.
Ihre User haben ein Ziel vor Augen, das sie erreichen möchten. Sie wollen ein bestimmtes Produkt in Ihrem Online-Shop kaufen, sie wollen sich über die Preise verschiedener Produkte informieren, sie wollen Informationen zu Charakteristika von Produkten sammeln, oder sie haben vielleicht eine Beschwerde oder eine Frage…
Das Wissen, was Ihre Nutzer wollen, definiert das User Experience Design Ihrer Website. Es wird Ihnen und Ihren UX-Design-Team helfen zu entscheiden, welche Inhalte Sie veröffentlichen müssen, wie Ihre Navigation strukturiert sein soll und wie Ihre Website aussehen und sich anfühlen soll. Aber wie finden Sie heraus, was Ihre User wollen?
UX-Designer versuchen eine Reihe von Methoden und Techniken zu kombinieren, mit denen wir die tatsächlichen Bedürfnisse der Nutzer ermitteln und Feedback zur Leistung Ihrer Website sammeln können. Daher wird das User Experience Design bereits während des Entwickelns von echten Nutzern mit tatsächlichen Bedürfnissen getestet.
Lassen Sie uns Ihnen einige UX-Forschungstechniken im Detail vorstellen.
Was ist User Research?
Innerhalb eines UX-Design-Prozesses gibt es vier Phasen, die Teil des User Research sind:
- Discover Phase:
Entdecken Sie die Welt der Design User und erhalten Sie detaillierte Einblicke in das Verhalten Ihrer Nutzer.
- Define Phase
Analysieren Sie die Ergebnisse aus der Entdeckungsphase. Rekonstruieren Sie die Customer Journey und versuchen Sie, durch Ideenfindung Lösungen für Schwachstellen in Ihren User Experience Design zu finden.
- Design & Test Phase
Versuchen Sie, Ihre Ideen mit Prototypen mit niedriger Wiedergabetreue greifbar zu machen. Ideen werden hierbei schnell vom UX Designer zusammen mit dem Design User entworfen und validiert, indem Usability-Tests durchgeführt werden.
- Care Phase
Wenn Ihre Website „live“ ist, ist es sehr wichtig, das UX Design weiter zu testen und zu verbessern. Sie können dies mittels verschiedener UX-Forschungsmethoden tun, wie beispielsweise AB-Tests, Side Recordings, Feedback-Umfragen oder Heatmaps (mehr dazu später).

Um die Bedürfnisse Ihrer Nutzer bestmöglich zu ermitteln, konzentrieren wir uns auf die ersten beiden Phasen: die Entdeckungsphase und die Definitionsphase.
Discover Phase
In der Discover Phase, oder Entdeckungsphase, versuchen wir, in die Welt der User einzutauchen. Wir gewinnen ein tiefes Verständnis dafür, was sie tun und warum sie es tun.
Falls Sie eine bereits existierende Website haben, ist es mitunter eine gute Idee, einen Blick in die verfügbaren Daten zu werfen. Wir versuchen hier hauptsächlich, uns auf demografische Daten und Website-Analysen zu konzentrieren. Google Analytics ist ein gutes Tool, um Ihre User-Daten auszuwerten. Auch Content-Management-Systeme, wie beispielsweise WordPress, bieten Möglichkeiten, Daten zu speichern.
Versuchen Sie in Ihren Daten, Antworten auf Fragen zur Demografie Ihrer Nutzer zu erhalten. Was ist das Durchschnittsalter Ihrer User? Sind Ihre Nutzer hauptsächlich Männer oder Frauen? Wo wohnen sie? Diese Daten geben Ihnen und Ihrem UX Designer nützliche Informationen für die Gestaltung Ihres UX Designs.
Falls Sie beispielsweise ein etwas älteres Publikum haben, sollten Sie in Ihrem User Experience Design vielleicht eine größere Schriftgröße und einen höheren Kontrast integrieren, um die Lesbarkeit zu verbessern. Für ein junges Publikum möchten Sie vielleicht die kognitive Belastung von Artikeln und Formularen reduzieren. In der Definitionsphase können diese Daten auch zum Aufbau von Personas verwendet werden.
Neben den demografischen Charakteristika Ihrer User analysieren Sie in der Entdeckungsphase auch die Daten über die Nutzung Ihrer Website. Wie viel Zeit verbringt ein User im Schnitt auf Ihrer Site? Welche Seiten werden am meisten besucht? Wie sieht der Clickstream Ihrer User aus? Vielleicht ist es nicht nötig, eine bestimmte Seite in der Hauptnavigation zu platzieren, da Ihre Nutzer kein Interesse an ihr zeigen?
Neben der Nutzung vorhandener Daten können Sie auch zusätzliche Daten sammeln. Hier kommen die eigentlichen Techniken der UX-Forschung ins Spiel. Nach der Auswertung der vorhandenen Daten ist an der Zeit, mit Ihren Nutzer zu sprechen. Sie könnten Interviews oder Fokusgruppen organisieren. Vielleicht möchten Sie eine Umfrage auf Ihrer Site starten. Das macht es möglich, das UX Design noch besser zu gestalten.
Für komplexere digitale Produkte oder Dienstleistungen könnten Sie Ihre einige User auch bitten, ein Tagebuch über die Usability zu führen. Falls Sie den Kontext verstehen wollen, in dem die User Ihre Site benutzen, könnten Sie eine „shadow session“ organisieren, bei der Sie dem User buchstäblich über die Schulter schauen.
Tipp: Organisieren Sie einen sogenannten kognitiven „walkthrough“. Dabei versetzen sich in die Lage Ihrer User und versuchen beispielsweise auf Ihrer eigenen Website selbst ein Produkt zu kaufen.
Define Phase
Sobald Sie in der Discover Phase alle nötigen Daten über Ihre Nutzer gesammelt haben, ist es an der Zeit, diese zu strukturieren, zu analysieren und zu verstehen. Das fällt in Define Phase.
Eine großartige Technik, um Ihren anonymen Usern ein Gesicht zu geben, ist die Erstellung von Personas. Sie erstellen einen Archetyp Ihres durchschnittlichen Nutzers und versuchen, ihn bei der Erstellung oder Verbesserung Ihrer User Experience immer im Gedächtnis zu behalten.
Eine andere Methode, die Ihnen helfen kann, Ihre UX zu verbessern, ist, Ihre Customer Journey zu skizzieren. Hier halten Sie Schritt für Schritt die Aktionen Ihrer Nutzer fest, die zum Kauf Ihrer Produkte führen.
UX-Forschungsmethoden
Für jede Phase des UX-Research stehen Ihnen und Ihrem UX-Designer wichtige Methoden und Techniken zur Verfügung, die Einblicke in die Anforderungen Ihrer Nutzer geben. Das ist wesentlich beim Erstellen oder Verbessern der UX. Hier stellen wir Ihnen die wichtigsten Forschungsmethoden vor, die Ihnen helfen können, eine starke User Experience für Ihre Site zu entwickeln.
Interviews
Ein Interview mit einem Design User macht es möglich, tiefere Einblicke in deren Verhalten zu gewinnen. In persönlichen Interviews können Sie Userinnen und User nach ihren Gefühlen, Vorstellungen, Wünschen und Anforderungen an Ihre Site und deren UX-Design befragen. Beispiels für Fragen sind: Warum benutzen sie die Site? Was mögen sie am Design oder auch nicht, und warum?
In Interviews können Sie auch die Frage nach dem Warum stellen. Versuchen Sie, nach der Einstellung Ihrer Nutzer zu Ihrem Produkt oder Ihrer Dienstleistung zu fragen. Falls Sie eine Online-Umfrage durchgeführt haben, können Interviews offengebliebene Fragen ausräumen und Ihre bereits gewonnenen Erkenntnisse ergänzen. Das alles kann helfen, Ihr User Experience Design maßgeblich zu verbessern.
Umfragen
Über eine kleine Umfrage, die Sie auf Ihrer Website oder App starten, können Sie spezifische Informationen von Nutzern in Echtzeit sammeln, während diese durch Ihre UX-Design navigieren.
Sie können Ihre eigenen Annahmen validieren, Fehler entdecken oder die Nutzer fragen, wonach sie wirklich suchen. Sie könnten zum Beispiel eine Umfrage in dem Moment starten, in dem ein Benutzer versucht, Ihre Seite zu verlassen, ohne ein Produkt zu kaufen.
Diese Art von Umfragen kann sehr schnell wertvolles Feedback zu Ihrem UX-Design liefern. Sie können Web-Tools wie Hotjar oder MyFeelback verwenden.
Trennungs- und Liebesbrief
Sie können Ihre User bitten, einen Trennungsbrief an Ihre Website und deren UX-Design zu schreiben, in dem Ihre User erklären, was ihnen an der User Experience nicht gefällt. Gleichzeitig bitten Sie sie, einen Liebesbrief zu schreiben, in dem sie beschreiben, was ihnen am Design gefällt.
Diese Methode macht es Ihnen und Ihrem UX-Designer möglich herauszufinden, was Ihren Usern besonders wichtig ist und wo es die größten Schwachstellen gibt. Neben den positiven und negativen Aspekten Ihrer User Experience finden Sie nebenbei auch heraus, welche Design-Elemente die Wahrnehmung Ihrer Marke beeinflussen.
Fotosafari
Während einer Fotosafari können Sie weitere Informationen über den Kontext sammeln, in dem ein Kunde Ihre Website nutzt und Ihr UX-Design navigiert.
Die UX-Designer bitten die Probanden, jedes Mal, wenn sie Ihre Website oder App benutzen, ein Foto von sich und ihrer Umgebung zu machen. Auf diese Weise können Sie buchstäblich das Umfeld sehen, in dem sie die Website oder App benutzen und sich über Ihre Produkte online informieren. So können Sie einfach herausfinden, ob potenzielle Kunden im Büro, in der Bahn oder beim Abendessen dem Interesse an Ihren Produkten nachgehen.
Persona erstellen
Personas können verwendet werden, um die Bedürfnisse und Anforderungen Ihrer User zu personifizieren. Ziel ist es, den User in den Mittelpunkt zu stellen. Das macht es möglich, eine User Experience zu gestalten, die die Interaktion mit dem Produkt auf den Nutzer zuschneidet und die Navigation Ihrer Site möglichst einfach macht.
Eine Persona repräsentiert die verschiedenen Kundentypen und wird erstellt, indem man ihr eine Persönlichkeit gibt (einschließlich eines Namens, Fotos, Hobbys…) und ihre Ziele, Werte, und Ängste definiert.
Hier ein Beispiel, wie das aussehen kann:

Customer Journey Mapping
Die Customer Journey Map ist eine Art Reisekarte, die alle Phasen visualisiert, die ein Kunde durchläuft, während er mit einem Produkt oder einer Dienstleistung interagiert. Das Ziel und die Aktionen des Users werden auf einer Zeitachse dargestellt.
Das hilft, die Anforderungen und Bedürfnisse Ihrer Kunden besser zu verstehen. Eine Customer Journey Map hilft aufzuzeigen, wo Ihr UX-Design Schwachpunkte hat und wie sich ein Nutzer auf dem Weg zum Kauf der Produkte fühlt.
Der Fokus auf Schwachstellen kann helfen, die Reise Ihrer Kunden, und somit die User Experience, nachhaltig zu verbessern. Mit gutem UX-Design können Sie sicherstellen, dass der Nutzer sein Ziel, also den Produkt-Einkauf, erreichen kann und das gesamte digitale Erlebnis verbessert wird.
Was Sie sich merken sollten
Das Wichtigste, woran Sie denken müssen, bei der Verbesserung der User Experience, ist, dass Ihre User und Kunden im Mittelpunkt stehen und nicht unmittelbar das Produkt, das Sie verkaufen wollen. Um genau zu wissen, was die Bedürfnisse der User sind, sollten Sie und Ihre Designer mit den Nutzern in Kontakt treten und über Interviews oder Umfragen Informationen über deren Bedürfnisse einholen.
Wahrscheinlich haben Sie ein Bauchgefühl oder eine wage Vorstellung von dem, was Ihre User erwarten. Vielleicht haben auch beteiligte Stakeholder eine klare Meinung darüber, wie das UX-Design Ihrer Website aussehen soll und wie die User Experience gestaltet sein soll. All das spielt keine Rolle, wenn es darum geht, das UX-Design Ihrer Website zu verbessern!
Das Einzige, was beim Erarbeiten eines gelungenen UX-Design im Mittelpunkt steht, sind die Anforderungen und Bedürfnisse Ihrer User.
Wenn Sie mehr über Webdesign erfahren möchten, empfehlen wir Ihnen, unseren vollständigen Webdesign Leitfaden zu lesen oder eine spezialisierte Webdesign-Agentur zu beauftragen.