Der englische Begriff „Roadmap“ (deutsch: Straßenkarte) wird seit etwa Anfang der 2000er-Jahre in der deutschen Sprache verwendet und kommt dann zum Einsatz, wenn der Weg zu einem bestimmten Ziel definiert wird. Auf Deutsch wird „Roadmap“ gelegentlich in „Fahrplan“ übersetzt.

Roadmaps werden nicht ausschließlich in der Wirtschaft verwendet. Auch in der Forschung oder der Politik kommt der Begriff zum Einsatz. Das bekannteste Beispiels ist die Roadmap oder der Friedensfahrplan, für den Nahost-Konflikt.

In diesem Sortlist-Artikel geben wir einen Einblick darin, wie Roadmaps zum Erfolg Ihres Unternehmens beitragen können.

Was ist eine Roadmap?

In Unternehmen wird Roadmapping eingesetzt, um eine Vision in die Tat umzusetzen. Ein großes Vorhaben wird in kleinere Abschnitte, Aufgaben und Milestones aufgeteilt, die nacheinander oder parallel abgearbeitet werden müssen. Die einzelnen Teile werden auf der Roadmap visualisiert. Diese Übersicht dient als Kommunikationstool für die Beteiligten.

Die Roadmap legt also fest, wie der Weg vom Ausgangspunkt zum Projektabschluss auszusehen hat und welche Etappen zu absolvieren sind.

Die meisten Roadmap-Modelle werden entlang von Achsen erstellt. Die horizontale x-Achse ist die Zeitachse, entlang der diverse Deadlines für die einzelnen Abschnitte des Projekts festgelegt werden können. Die vertikale y-Achse kann verschieden definiert werden. Sie kann in die verschiedenen Projektphasen, Abteilungen oder Teilbereiche unterteilt werden.

Eine Roadmap kann helfen, bei der Umsetzung eines Projekts oder der Entwicklung eines neuen Produkts über einen längeren Zeitraum hinweg den Überblick zu behalten und den Erfolg Ihres Vorhabens sicher zu stellen.

Heute wird Roadmapping vor allem zum Projektmanagement und in der Software- und Produktentwicklung eingesetzt.

Wann ist eine Roadmap sinnvoll?

Die Erstellung einer Roadmap macht dann Sinn, wenn ein längeres Projekt oder eine langfristige Strategie realisiert werden soll. Als Richtwert wird oft eine Länge von einem Jahr oder darüber angegeben.

Je mehr Personen, Teams und Abteilungen involviert sind, desto sinnvoller wird eine Roadmap. Durch sie wird:

  • ein großes Vorhaben in einzelne Teilabschnitte aufgeteilt,
  • Zuständigkeiten für verschiedene Aufgaben und Meilensteine festgelegt und
  • die Zusammenarbeit zwischen Abteilungen effizienter gestaltet.

Dadurch trägt eine Roadmap dazu bei, dass das Projekt leichter koordiniert werden kann, Fortschritte transparent dokumentiert werden und einzelne Teilbereiche flexibel angepasst und adaptiert werden können.

Da eine Roadmap in der Regel von mehreren Personen aus verschiedenen Abteilungen eingesehen wird und mitunter die Grundlage für deren Erfolg ist, ist es wichtig, dass sie alle notwendigen Informationen enthält. Gleichzeitig soll eine Roadmap nicht mit Infos überladen sein, da sie sonst unübersichtlich wird und ihre primäre Aufgabe – eine Übersicht zu verschaffen – verfehlt.

Die folgenden Angaben finden sich in den meisten Roadmaps wieder:

  • Ziele: Sowohl das übergeordnete Ziel der gesamten Roadmap als auch die Ziele für die einzelnen Einträge sollten definiert sein.
  • Messbare Werte: Beim Roadmap-Erstellen sollten auch Werte definiert werden, die den Erfolg der einzelnen Abschnitte messbar machen.
  • Personen: Wer für welche Aufgabe zuständig ist, darf nicht fehlen.
  • Termine: Jeder Task braucht mindestens ein Anfang- und ein Enddatum.

Auch wenn eine Roadmap eine gewisse Flexibilität bietet und auch nach dem Projektstart angepasst werden kann, sollte vor allem der Zeitrahmen und die Deadlines für die einzelnen Aufgaben realistisch sein. Müssen Sie die Termine in Ihrer Roadmap ständig nach hinten korrigieren, kann das andere Abteilungen aus der Bahn werfen, die auf den termingerechten Abschluss eines vorangegangenen Abschnitts angewiesen sind.

Welche weiteren Informationen in Ihrer Roadmap Sinn machen, hängt vom Bereich ab, in dem die Roadmap zum Einsatz kommt.

Wo werden Roadmaps eingesetzt?

Roadmapping kann überall dort eingesetzt werden, wo langfristige Vorhaben in leicht zu bewältigende Brocken unterteilt werden sollen und die reibungslose Zusammenarbeit zwischen Teams und Abteilungen gefördert werden soll. In einigen Fällen macht es auch Sinn, verschiedene Roadmaps zu kombinieren oder zu überlappen.

Projektmanagement

Roadmaps als Projektplan kommen mittlerweile in den verschiedensten Branchen und Abteilungen zum Einsatz und wurden in den letzten Jahren zu einem beliebten Projektmanagement-Tool.

Besonders bei längeren Projekten kommen viele der im vorigen Kapitel erwähnten Vorteile zum Tragen. Die Erstellung von Projekt-Roadmaps verwandelt ein komplexes Vorhaben in kleinere Teilabschnitte, für die jeweils ein eigener Rahmen in Bezug auf Zeitplan, Zuständigkeit und Aufgaben festgelegt werden kann.

Die Visualisierung eines Projekts fördert auch die interne Kommunikation und Koordination. Alle Beteiligten wissen, wer gerade woran arbeitet, und Doppelungen können weitestgehend vermieden werden. Auch Budget und Ressourcen für die einzelnen Abschnitte können transparent koordiniert und dokumentiert werden.

Ein Beispiel, wo Roadmaps als Projektmanagement-Werkzeug eingesetzt werden können, ist die Umsetzung von Marketing-Strategien.

Product-Roadmap

Eine Product-Roadmap hilft, die Entwicklung neuer Produkte und den damit verbundenen Aufgaben zu visualisieren. In der Regel gibt es pro Produkt eine Roadmap, in der alle Abschnitte, Meilensteine, Deadlines und gewünschten Resultate definiert sind. Die Roadmap beginnt mit dem Istzustand und führt über Planung und Umsetzung bis zum Endresultat.

Die Produkt-Roadmap spielt nicht nur intern im Unternehmen eine wichtige Rolle, sondern auch gegenüber dem Kunden. Sie kann eingesetzt werden, um einen potenziellen Kunden vom zu entwickelnden Produkt zu überzeugen. Bei der Entwicklung sehr komplexer Produkte wird die Product-Roadmap oft auch von Kunden verlangt. Das gibt dem Kunden mehr Einsicht in die weitere Entwicklung des Produkts sowie in die strategischen Entscheidungen hinter den Entwicklungsschritten.

Eine Produkt-Roadmap lässt sich mitunter auch mit anderen Roadmaps verbinden. Ein Beispiel ist die Kombination von Produkt- und Technologie-Roadmaps. Während die eine Roadmap Input von Markt- und Kundenanforderungen liefert, bringt die andere Informationen zu Forschung und Know-how. Beide Seiten liefern wichtigen Input zu Technologie- und Produktentwicklung.

Technologie-Roadmap

Ziel ist die visuelle Darstellung eines Zeitplans für ein Unternehmen, wann neue Technologien verfügbar sein werden und in welchem Unternehmensbereich sie eingesetzt werden können. Das trägt dazu bei, Kosten zu sparen und die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Technologie-Roadmaps können einem Unternehmen helfen, innovativen Technologien zu identifizieren, in die es sich zu investieren lohnt.

Wie oben erwähnt, kann eine Technologie-Roadmap mit einer Produkt-Roadmap verbunden werden. Die Meilensteine in Technologieentwicklung und Forschung haben mitunter direkten Einfluss auf die strategische Entwicklung von Produkten.

Während Projektmanagement-Roadmaps meistens für die Dauer eines Projekts angelegt werden, kann der Zeitrahmen für eine Technologieentwicklung variieren.

Ein weiteres Beispiel für den Einsatz von Roadmapping im Zusammenhang mit Informationstechnologie. Auf der einen Seite werden Roadmaps für die Software-Entwicklung eingesetzt. Die Darstellung dienst dazu, dass Deadlines einzelner Teile oder Meilensteine visualisiert werden. Auf der anderen Seite kann Roadmapping auch von Unternehmen verwendet werden, die planen oder dokumentieren wollen, wann welche Software eingesetzt wird.

Roadmapping im Innovationsmanagement

Roadmapping wird von Unternehmen auch eingesetzt, um neue Technologien zu identifizieren, die wiederum zu relevante Marktentwicklungen führen können. Mittels Roadmapping soll die eigene Geschäftsstrategie auf sich abzeichnende Entwicklungen von Märkten und Technologien angepasst werden und mit der Firmen-internen Ausrichtung abgeglichen werden.

Technologie- und Innovationsroadmapping verfolgen auf dem ersten Blick ähnliche Ziele. Technologie-Roadmaps sind allerdings mehr auf Firmen-interne Auswirkungen neuer technologischer Entwicklungen ausgerichtet und wie diese die eigene Produktentwicklung beeinflussen können. Im sogenannten „Open Innovation Roadmapping“ wird das Wissen eines ganzen Ökosystems gesammelt und veranschaulicht.

Hilfreiche Tools und Vorlagen

Für welches Format und welche Elemente Sie sich beim Roadmapping entscheiden, ist Ihnen überlassen. Abgesehen von dem hier erwähnten Achsen-Modell ist vieles Ihrer Fantasie und Ihren Bedürfnissen überlassen. Es ist quasi alles möglich, was die Planung, Entwicklung und Durchführung von Projekten und Produkten einfacher macht. Analoge Karteikarten, Handzeichnungen oder Plakate sind ebenso erlaubt sie Online-Tools, auch wenn Letzteres weiter verbreitet ist.

Mittlerweile gibt es auch eine Vielzahl an Anbietern solcher Online-Lösungen, die Vorlagen und Templates beinhalten und auch die verschiedenen Anwendungsgebiete von Roadmapping zugeschnitten sind. Abschließend hier ein Überblick:

  • AHA ist nach eigenen Angaben weltweit am häufigsten verendete Werkzeug fürs Roadmaps-Erstellen. AHA bietet insgesamt 6 verschiedenen Templates, die nach Belieben und Bedarf gestaltet werden können. Die erstellten Maps können mit beliebig vielen Personen geteilt werden oder als PDF exportiert werden.
  • Airfocus erlaubt es, möglichst schnell eine Roadmap zu erstellen, und kann andere Anwendungen wie Trello oder Github integrieren.
  • Mit Product Plan lassen sich visuell ansprechende Maps erstellen, die man gerne mit seinen Kunden und Stakeholdern teilt. Das Tool bietet auch ein hohes Maß an Individualisierung und kann von beliebig vielen Menschen eingesehen werden.
  • Roadmunk gibt Usern die Möglichkeit, einzelne Roadmaps zu erstellen, aber auch mehrere miteinander zu verbinden, um eine Art Vogelperspektive zu gewinnen. Das kann helfen, einen besseren Überblick über die strategische Planung Ihrer Produkte zu gewinnen.
  • Trello ist per se ein Projektmanagement-Tool, mit dem aber auch rudimentäre Roadmaps erstellt werden können. Die einzelnen Säulen können wie To-do-Listen angelegt werden, währen die horizontale Achse die Zeitleiste bleibt.