Blonde Haare, Designer T-Shirts und ständig  Selfies machen – der Influencer-Stereotyp hat sich hartnäckig etabliert. Die Realität sieht inzwischen aber anders aus. In Belgien arbeiten Influencer für die Regierung, um Kampagnen zu Social Distancing als Maßnahme gegen die Ausbreitung des Coronavirus zu verbreiten. In den USA hat sogar Kylie Jenner ihre Follower gebeten, im Sinne des Gemeinwohls bitte mal zu Hause zu bleiben.

Wie Influencer-Marketing sich während der Corona-Krise entwickelt hat und welches Möglichkeiten es im aktuellen Kontext bietet, hat Sortlist mit Yasmin Vantuykom, Geschäftsführerin von eFluenz, in einem Webinar diskutiert. Das Event wurde aufgezeichnet und stehen Ihnen hier zur Verfügung.

Falls es schneller gehen muss, haben wir hier unten die Eckpunkte zusammen gefasst.

Was sind Influencer?

Definition

Wir sind alle Influencer”.
Yasmin Vantuykom, Gründerin & CEO eFluenz

Alle Menschen, die durch ihre Meinungsäußerungen andere beeinflussen, sind Influencer. Wenn Sie zum Beispiel auf Tripadvisor schreiben, die neue Pizzeria gegenüber sei vorzüglich und die Bedienung sehr freundlich, agieren auch Sie als Influencer. Meist werden mit dem Begriff aber Meinungsführer und Multiplikatoren auf Sozialen Medien bezeichnet, welche durch ihre Reichweite Einfluss auf die Ansichten und Entscheidungen von Konsumenten ausüben.

Influencer-Marketing ist die geplante Zusammenarbeit mit Influencern im Rahmen einer Marketingaktion. Dabei gibt es viele Ziele, wie die Bekanntheit und Sichtbarkeit einer Marke oder eines Produkts zu steigern, Image-Kampagnen, SEO und Generierung von Social Signs.

Plattformen

Influencer gibt es auf allen Sozialen Medien. Die Zielgruppe variiert je nach Plattform jedoch stark:

TikTok hat insbesondere während der Covid-19-Krise an Bedeutung gewonnen. Hier werden selbstgemachte Videos hochgeladen und geteilt. Die Zielgruppe sind die 14- bis 18-jährigen. Die Plattform ist für Marketingzwecke bei Lifestyle- Themen interessant.

Instagram ist die größte Plattform für Influencer-Marketing. Durch Stories, über die der Tag eines Influencers fast in Echtzeit von Followern mitverfolgt werden kann, erlaubt Instagram einen interaktiven Austausch mit der Zielgruppe und bietet durch Posts visuelle Inspiration. Die Zielgruppe liegt hauptsächlich bei der Generation 25 – 35, wobei die Themenvielfalt von Lifestyle über Mode und Essen bis zu aktuellen Nachrichten variiert.

LinkedIn ist bisher klein im Bereich Influencer-Marketing. Durch ihren Business-Charakter könnte die Plattform zukünftig jedoch bei sehr spezifischen oder bei B2B-Marketing von Interesse sein. Die Alterszielgruppe liegt bei allen Erwerbstätigen.

Reichweite

Die Reichweite von Influencern umfasst eine gewaltige Spanne von 1.000 bis zu mehreren Millionen Followern. Macro-Influencer, wie Fernseh-Persönlichkeiten, eignen sich für große Awareness- oder PR-Kampagnen. Nano- oder Micro-Influencer kommen mit einer sehr spezifischen Zielgruppe für gezieltes Marketing in Frage. Es gilt daher: Quantität und Qualität beachten.

Macro-Influencer haben manchmal sogar eine doppelte Reichweite, da von ihnen gestarteten Hashtags oder Trends durch andere Influencer weiter verbreitet werden.

Die Vorteile von Influencer-Marketing

Warum genau sollte mein Unternehmen Influencer-Marketing anwenden? Wir zeigen vier Vorteile:

Klare Zielgruppe

Influencer-Marketing erlaubt Ihnen, Ihre Zielgruppe direkt anzusprechen. Viele Influencer sind auf gewisse Themen spezialisiert, wie vegane Ernährung oder nachhaltige Mode. So erreichen Sie direkt und persönlich die Menschen, die Interesse an Ihrem Produkt haben könnten und stellen eine positive Verbindung her.

Aktive Konsumenten

Influencer-Marketing ist 100% Consumer to Consumer.”
Yasmin Vantuykom, Gründerin & CEO eFluenz

Alle Follower entscheiden sich aktiv und freiwillig, dem Influencer zu folgen. Sie haben Lust, täglich Updates und Content von dem Influencer zu erhalten. Was bedeutet das für Sie? Influencer-Marketing ist eine Art verbessertes und verstärktes Targeting. Sie erreichen damit treffsicher Ihre gewünschte Zielgruppe und erstellen automatisch bei den Followern – Ihren potenziellen Kunden – eine positive Assoziation mit Ihrem Produkt.

Analytics

Influencer-Marketing erlaubt Ihnen durch Datenauswertung sehr gut festzustellen, wie erfolgreich Ihre Maßnahmen waren, und welche Bereiche für Sie zukünftig von Interesse sind.

Während der Corona-Krise fiel die Nachfrage nach Influencern stark ab, weshalb auch der Preis für Influencer-Marketing sank. Zeitgleich stieg die Nutzung von Sozialen Medien aller Art enorm an, weshalb das Geschäft noch attraktiver wurde. Doch auch ohne Corona-Krise ist Influencer Marketing ein wachsender Trend, bei dem es sich lohnen kann, lieber früher als später einzusteigen.

Die Nachteile von Influencer-Marketing

Natürlich kann Influencer-Marketing, wie alle anderen Formen auch, keine 100%-ige Sicherheit bieten, dass Ihre Kampagne ein Erfolg wird. Es gibt auch zwei weitere Punkte, die Sie beachten sollten:

Eingeschränkte Alterszielgruppe

Obwohl durch Plattformen wie Facebook und LinkedIn auch die Alterszielgruppe bis 65 Jahre angesprochen werden kann, ist Influencer-Marketing bei älteren Kunden oft nicht so fruchtbar. Kampagnen wie #OnResteEnsemble („wir bleiben zusammen“) von Orange in Frankreich, welche Kinder dazu aufrufen, ihren Großeltern während der Corina-Krise eine Videobotschaft zu schicken, ermöglichen trotzdem second-hand Einfluss auf ältere Zielgruppen.

Neuland

Für viele kleine und mittlere Unternehmen ist das Internet Neuland, weshalb es manchmal an Vertrauen und Erfahrung mangelt. Dazu muss bei der Wahl der Influencer vorsichtig geprüft werden, ob sie organische und relevante Follower haben. Deshalb kann es sinnvoll sein, eine Agentur für Influencer-Marketing an Bord zu holen.

Wie funktioniert Influencer-Marketing?

Ein Patentrezept gibt es nicht, da Influencer-Marketing extrem auf Ihre individuelle Zielgruppe und Interessen ausgerichtet sein muss.

Die Zielgruppe

Zunächst einmal muss die Zielgruppe definiert werden. Dabei geht es um mehr, als nur ein Customer-Avatar zu erstellen. Sie wollen Ihre Zielgruppe in einem relevanten Kontext erreichen, zum Beispiel mit Bambus-Zahnbürsten über einen Nachhaltigkeits-Influencer. Dafür müssen Sie sich überlegen:

  • Wem könnte mein Customer-Avatar folgen?
  • Warum folgt er diesem Influencer?

Das Budget

Das Volumen für Ihr gesamtes Influencer-Marketing entscheiden Sie und Ihre Marketingabteilung allein. Dabei sollten folgende Faktoren berücksichtigt werden:

  • Welche Reichweite soll der Influencer haben?
  • Wollen Sie Stories, Posts oder sogar Video Content?
  • Erwarten Sie Exklusivität von Ihrem Influencer?

Abhängig von solchen Faktoren entscheidet sich, wie viel Sie mit Ihrem Budget erreichen können.

Los geht’s!

“Wenn sogar die Regierung Influencer Marketing betreibt, wenn sogar Ärzte Influencer Marketing betreiben,  dann warum nicht auch Ihr Unternehmen?”
Yasmin Vantuykom, Gründerin & CEO eFluenz

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