Ein Moodboard bündelt und kommuniziert Emotionen, Stimmung und Werte sowie Ihre Mission, indem es verschiedene visuelle Elemente zusammenbringt. Dieser Sortlist-Artikel erklärt, wie Sie das perfekte digitale Moodboard erstellen, aus welchen Bausteinen es besteht und wie Sie es am besten einsetzen.

Was ist ein Moodboard?

Moodboard bedeutet auf Deutsch übersetzt „Stimmungs-Pinnwand“. In der Praxis ähnelt ein Moodboard aber viel eher einer Collage. Es ist eine abgestimmte, visuell-ansprechende Sammlung von Bildern, Fotos, Texten, Farben und Objekten, die den Stil einer Marke oder eines Produkts ausdrücken sollen.

Digitale Moodboards sind daher eine Art digitale Collagen. Passende Fotos, Designs und weitere Elemente werden gebündelt, um eine perfekte digitale Visualisierung zu erstellen. Erstellt werden Sie oft mit Hilfe von Webtools oder Apps (siehe unten).

Was ist der Zweck eines Moodboards?

Ein Moodboard hilft, ein Konzept zu visualisieren und kann eine visuelle Identität erzeugen. Das Board sollte den Grafikstil des Unternehmens widerspiegeln, damit es für Ihre Kunden und Zielgruppe wiedererkennbar ist.

Moodboards sind praktisch, wenn Sie eine Marke, eine Werbung, ein neues Produkt, ein Geschäft oder das Layout einer Website auf den Markt bringen wollen. Sie bieten Ihnen die Möglichkeit, Ihre visuelle Identität für Ihr Vorhaben festzulegen. Es gibt keine Einschränkungen, wer für die entsprechenden Projekte Moodboards erstellen darf und wer nicht.

Wie setze ich ein (digitales) Moodboard ein?

Ein Moodboard zu erstellen kann in vielen Situationen sinnvoll sein, vor allem bei Design-Projekten. Im Grunde genommen hilft es überall dort, wo ein abstraktes Konzept visualisiert werden soll. Beispiele gibt es sowohl in der internen als auch externen Kommunikation.

Interne Kommunikation: Sich selbst verstehen

Moodboards zur internen Verwendung dienen anfangs dem Zweck, die eigene Markenidentität selber zu verstehen.

Die Innenwelt spiegeln

Das perfekte eigene Moodboard können Sie sich wie ein Spiegelbild vorstellen: es visualisiert und gibt Ihre wichtigsten Unternehmensmerkmale wieder. Der Prozess, der zum Moodboard führt, kann mitunter Zeit in Anspruch nehmen und sich anfangs etwas schwammige anfühlen. Der Grund? Wenn einem die eigene Markenidentität nicht 100% klar ist, wird auch das Spiegelbild etwas verschwommen sein.

Identitäten anprobieren

Genau dabei können digitale Moodboards helfen. Durch einfache „Drag and Drop“-Verfahren können Sie sich austoben, Inspiration einholen und binnen Sekunden in verschiedene Identitäten schlüpfen, bis ein Design sich richtig gut anfühlt.

Externe Kommunikation: Mit Selbstbewusstsein auftreten

Das Abstrakte wird konkret

Nutzen Sie die Macht der Bilder. Wenn ein Bild bereits mehr als 1000 Worte sagt – wie viel sagen dann 10, 20 oder sogar 100 Bilder? Der Einsatz von konkreten Design-Ideen und Multimedia-Elementen ermöglicht Ihnen, abstrakte Konzepte wie Unternehmenswerte und Gefühle mit einem Blick greifbar und nachvollziehbar zu machen.

Kontinuierliche Markenidentität

Das digitale Format erlaubt Ihnen, Ihr Board problemlos zu vervielfältigen und durch verschiedene soziale Netzwerke in die Welt zu tragen. Somit erhöhen Sie Ihre Markenpräsenz und stellen eine Kontinuität Ihrer Markenidentität sicher. Digitale Moodboards haben auch den Vorteil, dass sie problemlos einzelne Abschnitte an neue Entwicklungen oder Trends anpassen können. So müssen Sie nicht jedes Mal ein gesamtes neues Moodboard erstellen.

Wie erstelle ich ein Moodboard in 3 einfachen Schritten?

Bei einem Moodboard geht es nicht nur darum, eine schöne Collage aus Ihren liebsten Bildern zu gestalten, die sich alle irgendwie auf ein Thema beziehen. Hinter einem aussagekräftigen Moodboard stecken Zeit und Ressourcen, die die Wirkung Ihres Boards maximieren.

Schritt 1: Inspirationsquelles sammeln

Der erste Schritt beim Erstellen eines Moodboards besteht darin, nach Inhalten zu suchen und diese zu sammeln. Dabei kommt alles infrage, das Sie inspiriert und zu Ihrem Projekt und Ihren Kunden passt — egal, ob Bilder, Fotos, Designer, Farben, Materialien, Artikel, etc. Seien Sie so offen wie möglich für neue Ideen und unerwartete Inspirationsquellen. Diese können Sie beispielsweise in Zeitschriften, Zeitungen, Kunstwerken, Texte, Theaterstücke, Filmclips, dem Internet (insbesondere Instagram, Pinterest und Flickr), auf Werbeplakaten oder Autofahrten finden.

Sammeln können Sie auch analoge, sprich physische Objekten, wie Stoffstücke, Polaroids, Kalender, Postkarten, Schmuck, Seiten mit Büchern oder Text-Ausschnitte aus Zeitschriften, Lichter und jedes andere Objekt, das inspiriert. Diese werden anschließend abfotografiert und somit digitalisiert.

Schritt 2: Definieren Sie Ihren Stil

Sobald Sie ausreichend Inspiration gesammelt haben, geht es darum, einen Stil für Ihr Board festzulegen. Dadurch können Ihre zahlreichen Ideen in ein logisches und kohärentes Ganzes zusammengewoben werden. Für welchen Stil sie sich entscheiden, hängt von Ihrem Projekt ab. Die Palette reicht von elektrisierenden, dynamischen Farben bis hin zu einem schlichten Stil in Schwarz und Weiß. Pastelltöne gelten allgemein als benutzerfreundlich.

Der Stil Ihres Boards sollte natürlich auf die Branche abgestimmt sein, in der das Unternehmen tätig ist. Ob Mode, Kochen, Gartenarbeit, Nähen, Möbel oder Schmuck, alle diese Bereiche haben ihr eigenes Universum und Stimmung, dass Ihr Moodboard vermitteln sollte. Daher ist es wichtig, dass das Board zur Welt der Marke oder des Produkts passt.

Schritt 3: Finden Sie das Essenzielle

Sobald der Stil feststeht, können Sie jetzt die gesammelten Inhalte sortieren. In erster Linie müssen Sie alle Elemente rausfiltern, die einen direkten oder indirekten Zusammenhang mit der allgemeinen Idee des Boards haben. Diese Elemente müssen auch dem Stil des Boards entsprechen, wenn es um Farben, Materialien, Form und Text geht. Von allen gesammelten Gegenständen, die nichts mit der Idee des Moodboards zu tun haben, können Sie sich jetzt Abschied nehmen.

Moodboard
Stil, Stimmung, Farben: Worauf Sie beim Erstellen eines Moodboards achten müssen – Credit: Freepix

Sobald Sie die Spreu vom Weizen getrennt haben, müssen Sie Ihre Auswahl mitunter noch weiter reduzieren. Das hilft, um nicht von unnötigen Ideen und Einflüssen abgelenkt zu werden. Gehen Sie noch mal mit strengem Auge über Ihre Vorauswahl und legen Sie alles zur Seite, was nicht 100-prozentig zu den definierten Emotionen, Werte und Missionen passt. Beschränken Sie sich beispielsweise auf nur zwei oder drei dominierende Farbtöne. Die ausgewählten Elemente müssen für eine bessere visuelle Kommunikation konsistent und kohärent sein.

Jetzt können Sie Ihr digitales Moodboard endlich fertig stellen.

Kombinieren Sie die verschiedenen Teile. Spielen Sie mit Kontrasten und der Dynamik zwischen den Bildern. Ihre Bildsprache sollte möglichst verständlich und harmonisch sein.

Was kommt alles in ein digitales Moodboard?

Bilder und Fotos

Bilder und Fotos spielen beim Erstellen eines Moodboards fast immer ein zentrale Rolle und können helfen, eine Vielfalt an Zielen zu erreichen.

Selber fotografieren

Eine hilfreiche Idee für Moodboards ist es, selbst zur Kamera oder dem Smartphone zu greifen. Sie können physische Gegenstände abfotografieren, aber auch Orte, Menschen und Produkte, die für Ihr Projekt bedeutend sind.

Bilder übernehmen

Sie müssen aber nicht alles selber fotografieren. Nutzen Sie in Ihrem Moodboard Bilder aus dem Internet, um beispielsweise die Stimmung, die Sie vermitteln wollen, zu visualisieren. Um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein, empfehlen wir, sich über das Urheberrecht zu informieren und Bilder von den folgende Plattformen zu nutzen:

  • Flickr bietet auf seiner Website unzählige Bildern kostenfrei an. In vielen Fällen besteht jedoch eine Namensnennungspflicht – achten Sie auf die jeweiligen Angaben.
  • Unsplash ist aktuell eine der beliebtesten Bildquellen. Aus gutem Grund: die Website bietet hochwertige kostenfreie Bilder ohne Namensnennungspflicht.

Gehen Sie beim kommerziellen Einsatz der Fotos jedoch respektvoll und vorsichtig vor. Fotografen und Models sollten nicht für Zwecke eingesetzt werden, denen Sie nicht zustimmen würden.

Text

Einzelne Wörter, inspirierende Zitate oder Textpassagen können Ihr Moodboard ausgezeichnet ergänzen. Achten Sie auf die Wortwahl, die Schriftart und -größe sowie die Platzierung, um die optimale Wirkung zu erzielen.

Visuelle Metaphern

Gehen Sie von der Bild- in die Sachebene und visualisieren Sie Ihre Ideen mit Hilfe von Metaphern. Spielen Sie aber nicht Kafka! Ihr Moodboard sollte kein Rätsel darstellen.

Muster und Formen

Gleichmäßige, bunte Muster oder Texturen strahlen Energie aus, während einzelne, runde Formen eine ruhige Stimmung vermitteln. Spielen Sie mit Formen und Farben, um die passende Dynamik für Ihr Moodboard zu finden.

Infografiken

Infografiken eignen sich nicht nur für Statistiken. Sie können Infografiken an Ihre Corporate Identity anpassen und dabei Humor beweisen, wie diese Website beweist. Nützliche Tools hierfür sind:

  • Canva – Auch ohne Designer zu sein, können Sie auf dieser Website mithilfe einer Vielzahl an kostenfreien Templates eine perfekte Infografik herbeizaubern.
  • Easel.ly – Das Grafikprogramm ist nicht so intuitiv greifbar, bietet jedoch mehr künstlerische Freiheiten.

Tools & Templates – Welche Apps sind am besten?

GoMoodboard – Einfacher geht’s nicht

GoMoodboard.com geht sogar auch ohne Anmeldung. Die kostenfreie Website erlaubt Nutzern, mit einer leeren Vorlage oder einem von neun Templates loszulegen. Sie können Bilder auf den Bildschirm ziehen, um Sie hochzuladen, und Kommentare unter die Bilder hinzufügen.

Um Ihr Moodboard zu teilen müssen Sie lediglich den Link kopieren. Das war’s schon!

Pinterest – das Social Media-Moodboard

Pinterest hat über 400 Millionen aktive Nutzer pro Monat. Die beliebte Onlineplattform erlaubt Ihnen, Bilder von anderen Nutzern oder eigen hochgeladene in verschiedenen „Pinboards“ zu sammeln. Der große Vorteil von Pinterest ist, dass die Plattform auch ein soziales Netzwerk ist.

Sie müssen Ihre Moodboards somit nicht auf andere Netzwerke exportieren. Durch SEO-optimierte Keywords und qualitativen Content – wie z.B. das How-To Board von Starbucks – können Sie Ihr Moodboard ideal zur Reichweitenerhöhung nutzen.

Miro Board – die unbegrenzte Leinwand

Miro Board bietet seinen Nutzern drei kostenfreie „unlimited canvas“ Boards an, die unbegrenzt groß sind. So sind Ihrer kreativen Freiheit keine Grenzen gesetzt!

Auf diesen Boards können Sie Bilder und Links hochladen sowie Formen und Icons hinzufügen. Dazu können Sie gesamte Moodboards exportieren oder direkt auf sozialen Medien verlinken, um Ihre Ideen in die Welt zu tragen.

Los geht’s!

Höchste Zeit, Ihr eigenes Moodboard zu erstellen. Sie sind sich noch unsicher, welche Bilder Komposition Ihre Marke am besten repräsentiert? Holen Sie sich Hilfe von den besten Designer-Agenturen für Ihr Projekt.